Potsdammischer Mercurius

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Offizieller Titel: Potsdammischer Staats- und gelehrter Mercurius

Es war die erste Potsdamer Tageszeitung. Deren erste Ausgabe am 10. Dezember 1735 erschien, gedruckt in Potsdam, im Verlag des Buchhändlers Johann Ambrosius Haude.

Ihr Herausgeber war der aus Tirol stammende einstige Servitenprediger Otto von Graben zum Stein. Die Zeitung wurde bis 1737 herausgegeben. Ein Edikt von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, verfügte ihre Einstellung.

Otto von Graben zum Stein wurde in Tirol geboren und gehörte zunächst dem Serviten-Orden an. Später wirkte er als Feldprediger in Milazzo/Sizilien. Als Feldprediger verteidigte er die Rechte des kaiserlichen Hofes gegenüber dem Papst. Von der römischen Kirche verfolgt, ging Graben zum Stein zunächst nach Böhmen und später nach Leipzig. Hier gab er Unterricht in italienischer Sprache. Bereits 1729 war er als Herausgeber in Erscheinung getreten. Bis 1735 zeichnete er verantwortlich für das Journal Monathliche Unterredung von dem Reiche der Geister. Graben zum Stein liebte es auch, hinter Pseudonymen versteckt, seine Arbeiten zu publizieren. 1726 und 1727 nutzte er das Pseudonym “Bellamintes”, im Jahr 1728 “Critille”, 1729 die Pseudonyme “Andrenius” und “Pneumatophilus”. In Preußen trat Otto von Graben zum Stein ab 1731 in Erscheinung. Als Königlicher Spaßmacher trat er 1731 in Berlin die Nachfolge von Faßmann an. Auf Befehl von Friedrich Wilhelm I. wurde er am 19. Januar 1732 Vizepräsident der ”Königlich-Preußischen Sozietät” in Berlin, die im übrigen bis 1740 das Gehalt der Hofnarren zu zahlen hatte.

Die Bestallungsurkunde als Nachfolger Gundlings und Faßmanns erhielt er im Tabakskollegium. Bis 1740 war er Vizepräsident der Berliner Akademie. Vor 1756 ist Otto von Graben zum Stein in Potsdam verstorben.

Die Zeitung ist in Deutschland an folgenden Standorten vorhanden:


Literatur