Alter Markt

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Der Alte Markt war bis zu seiner Zerstörung durch englische Bomber am 14. April 1945 das baukünstlerische Zentrum der Stadt Potsdam. Stadtschloß, Rathaus und Nikolaikirche bestimmten als die drei wichtigsten architektonischen Akzente den Platz und wurden durch Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert wirkungsvoll ergänzt.

Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Potsdam vom 06. Mai 2009 wurde die Platzfläche des Alten Marktes in Alter Markt benannt. In der Begründung zum Beschlussantrag heißt es: Um künftig eine nachvollziehbare und eindeutige Hausnummernzuordnung in dem Gebiet des neu zu errichtenden Landtagsneubaus zu ermöglichen, wurde die Möglichkeit in Betracht gezogen, die Platzfläche des Alten Marktes offiziell in Alter Markt zu benennen. Dies hätte den Vorteil, dass dem künftigen Landtagsgebäude eine Hausnummer zum Platz „Alter Markt“ zugeordnet werden könnte, was den Wiedererkennungswert des Landtages steigert und ihn auch in die bestehende und neue Straßenführung einbindet. Um Hausnummernverwechslungen mit der Adresse „Am Alten Markt“ vorzubeugen, würde der künftige Landtag als einziges Gebäude eine Hausnummer über diese Adresse bekommen (Alter Markt 1).


Auf dem Gelände des Alten Marktes war in askanischer Zeit eine deutsche Siedlung entstanden, die 1317 als Stadt bezeichnet wird. Sie lag in unmittelbarer Nähe einer Burg, die den Haverlübergang (Fähre, später Brücke) zur Zauche und zum Teltow zu schützen hatte. Die im Landbuch Kaiser Karls IV. 1375 genannte Burg ist nach Ergebnissen von Grabungen zu urteilen, im 13. Jahrhundert angelegt worden. Aus ihr entwickelte sich ein Schloß, besonders nach ihrer Übernahme 1593 durch die Kurfürstin Katharina.

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm machte Potsdam 1660 zu seiner zweiten Residenz und ließ 1662/69 an Stelle des alten Bauwerks ein neues Schloß errichten, das sich in seiner Außenarchitektur an holländische Vorbilder anlehnte.


Unter Friedrich II.

In der Regierungszeit Friedrich II. wurde das Stadtschloß umfangreich erneuert und ausgebaut. Zugleich erfolgte die Ausgestaltung des Alten Marktes mit repräsentativen Gebäuden.

Die Bebauung des Alten Marktes erfolgte in der Herrschaftszeit von König Friedrich II. in folgender Weise:


1750

Am Alten Markt 17


1751

Am Alten Markt 13

Am Alten Markt 14

Am Alten Markt 15

Am Alten Markt 16


1752

Am Alten Markt 3

Am Alten Markt 4


1753

Am Alten Markt 12


1753/1755

Am Alten Markt 2


1754

Nivellierung der Platzanlage


1767

Am Alten Markt 5

Am Alten Markt 7


1770

Am Alten Markt 9

Am Alten Markt 10

Am Alten Markt 11


1772

Am Alten Markt 6


1769

Der alte Markt liegt an der Brauerstraße, auf demselben sind sehenswerth

Das Rathaus. ...

Die Nicolaikirche. ... (1)


1789

Der alte Markt und die Brauerstraße lagen damals noch so hoch, daß alles Wasser davon nach dem Schlosse zulief, und die Wohnungen auf ebner Erde sehr feuchte machte, auch dem Schlosse selbst, wegen seiner Tiefe gegen diese höhern Oerter, vieles von seinem Ansehen benahm. Es wurden daher selbige auf Befehl des Königs nach Beschaffenheit ihrer Erhabenheit um 3, 4 bis 5 Fuß abgetragen, neue Rinnen zum Wasserabzug angelegt, und alles wiederum von neuem gepflastert, wodurch die jetzt vorhandene bessere Harmonie des, um dem Schlosse herum befindlichen Bodens, mit dem innern Schloßplatze selbst, zuwege gebracht wurde. Der viele Schott von diesem Abtragen kam zu Ausfüllung der Plantage um das holländische Bassin, als welche dergleichen wegen des beständigen Nachsinkens fast jährlich bedurfte. Die vorgedachten Bürgerhäuser in der Brauerstraße (hierbei handelt es sich vermutlich um die Häuser Brauerstraße 1 bis 6, V. Pz.) wurden wegen dieser vorhabenden Abtragung anfänglich zum Erstaunen ihrer Besitzer so tief angelegt, daß die Brüstungen der untern Fenster fast mit dem Pflaster gleich kamen. Es sahen aber dieselben gar bald ein, daß es nicht ohne Ursache geschehen sey, und daß sie dem ungeachtet noch schöne und brauchbare Erdgeschosse behielten, weil dies der höchste Ort in der Stadt ist. (2)


1798

Der alte Markt, der schönste Platz in Potsdam hat auf einer Seite das schöne Portal des Schlosses und auf den übrigen Seiten prächtige Gebäude. (3)



Einzelnachweise

(1) Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und alle daselbst befindliche Merkwürdigkeiten. Nebst einem Anhange, enthaltend die Leben aller Künstler, die seit Churfürst Friedrich Wilhelms des Großen Zeiten in Berlin gelebet haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind, Berlin bey Friedrich Nicolai, 1769, S. 507 f.

(2) Heinrich Ludwig Manger: Baugeschichte von Potsdam, besonders unter der Regierung König Friedrichs des Zweiten. Erster Band, welcher die Baugeschichte von den ältesten Zeiten bis 1762 enthält, Berlin und Stettin, bey Friedrich Nicolai, 1789, S. 188 f.

(3) Potsdam`s Merkwürdigkeiten beschrieben, und durch Plans und Prospekte erläutert, Potsdam 1798, bey Carl Christian Horvath, S. 80 f.