Friedrich Nicolai

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Christoph Friedrich Nicolai, auch Nickolai (* 18. März 1733 in Berlin; † 8. Januar 1811 ebenda) war Schriftsteller, Verleger, Kritiker, Verfasser satirischer Romane und Reisebeschreibungen, Regionalhistoriker, Hauptvertreter der Berliner Aufklärung, Freund Gotthold Ephraim Lessings, Carl Friedrich Zelters und Moses Mendelssohns, Gegner Immanuel Kants und Johann Gottlieb Fichtes. Er verfasste die erste historisch exakte Beschreibung Berlins, aber auch die von Potsdam. Friedrich Nicolai schuf damit eine historische Quelle ersten Ranges, die keiner, der sich mit der Geschichte Berlins und Potsdams befasst, übergehen sollte.


Leben

Christoph Friedrich Nicolai wurde am 18. März 1733 als achtes Kind des Buchhändlers Christoph Gottlieb Nicolai in Berlin geboren. Er absolvierte das Joachimsthalsche Gymnasium, ging dann auf die Latina der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) und schließlich auf die Heckersche Realschule in Berlin. Danach absolvierte er eine Lehre als Buchhändler in Frankfurt (Oder)]. 1758 verstarb sein Vater und Friedrich Nicolai übernahm die väterliche Buchhandlung. 1760 heiratete er Elisabeth Macaria Schaarschmidt († 1793), eine Tochter des königlichen Leibarztes Prof. Samuel Schaarschmidt, mit der er acht Kinder haben sollte. Er überlebte jedoch alle seine acht Kinder.

Nicolai verstand sich als Aufklärer, eignete sich ein umfangreiches Wissen im Bereich der Geisteswissenschaften an und führte einen regen Briefwechsel mit Größen der Aufklärung. Er verfasste eigene Schriften und entwickelte sich zu einem wichtigen, wenn auch nicht unumstrittenen Vertreter der protestantischen Aufklärungstheologie. Zu diesen Themen veröffentlichte er ab 1755 zahlreiche Schriften. (1)

Beschreibungen von Berlin und Potsdam

1769 trat er mit einer Publikation an die Öffentlichkeit, in der er seine aufklärerischen Positionen auf einen konkreten, praktischen Gegenstand anwandte. Mit der er zugleich aber Neues schuf: Reiseliteratur für die Städte Berlin und Potsdam sowie für das sie umgebende Umland. Nicolais Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam ist einerseits eine Würdigung der baulichen und stadtgestalterischen Leistungen des regierenden Königs Friedrich II., aber auch der seiner Vorfahren, in den Städten Berlin und Potsdam sowie in deren Umfeld. Andererseits enthalten sie zahlreiche Informationen zu Bau- und Sozialgeschichte, zu Geographie, Wirtschaft und Kultur.

Sein Anspruch war es, Wissen rational zu speichern und die erfassten Daten zum „allgemeinen Besten“ zum nutzen. Diesen Anspruch fomulierte Nicolai nicht nur in ersten Ausgabe seiner Beschreibung..., sondern er blieb ihm auch in den darauf folgenden Ausgaben treu.

In den von ihm am 3. Juli 1812 gehaltenen Nachruf auf seinen verstorbenen Freund Friedrich Nicolai würdigt Johann Erich Biester (1749-1816) auch dessen Bemühungen um die Beschreibung von Berlin und Potsdam sowie um die Landesgeschichte.

Nicolai`s historisches Studium wandte sich mit patriotischer Liebe auf die Landesgeschichte, die er früh und sorgfältig aus den gedruckten Quellen, und noch sorgfältiger aus den ihm zugänglichen handschriftlichen erforschte. Seine Beschreibung von Berlin und Potsdam, welche drei Ausgaben erlebt hat, die Uebersetzungen, Auszüge und Nachbildungen ungerechnet, wird allgemein als Muster für ähnliche Werke anerkannt. Es war eine der mühsamsten Arbeiten, in das Chaos alter Nachrichten Ordnung, in das Dunkel der verwischten durch vielfache Aenderung erloschenen Spuren Licht zu bringen; jetzt gilt sein Buch aber auch als Entscheidung über streitige Punkte. Zugleich ist es eine helle Darlegung, nicht bloß von der statistischen Topographie, sondern zum Theil von der Verfassung der Monarchie selbst, indem die oberen Behörden, die sich in der Hauptstadt befanden, systematisch und klar geordnet, nach ihrer Wirksamkeit geschildert sind. - Wichtig für die Kenntniß des Landes sind auch die Schritt vor Schritt verfolgenden Anmerkungen über des Ritters von Zimmermann Fragmente, wo nicht nur die vornehmthuende Unwissenheit mit witzigem Spott zurückgewiesen wird, sondern auch gründlich belehrende Erörterungen über viele bisher unbekannte Gegenstände niedergelegt sind. (2)


1769

Über eine Dauer von sechs Jahren waren die Informationen zusammengetragen worden, die in der 1769er Publikation veröffentlicht wurden. Noch einmal anderthalb Jahre kamen für den Druck hinzu. Das heißt also, die Arbeiten an diesem Buch könnten zwischen 1761 und 1762 begonnen worden sein. Der von Friedrich Nicolai für das Buch verfasste Vorbericht (also das Vorwort, V. Pz.), datiert vom 12. März 1769.

Nicolai fungierte bei der Erstellung des Buches als Projektleiter, Lektor und natürlich als Verleger. Inwieweit er eigene Beiträge verfasste und welche das waren, teilt er nicht mit. Dafür informiert er jedoch darüber, daß fast jeder Abschnitt von einem anderen Verfasser aufgesetzt worden sei. War die Zahl der Autoren der einzelnen Beiträge schon nicht gerade gering, so muss die der Personen noch umfangreicher gewesen sein, die Nicolai und seine Autoren mit den für die Abfassung der Beiträge erforderlichen Informationen versorgten. Nicolai schreibt dazu: Wir müssen mit schuldigem Dank anerkennen, daß viele Personen, auch vom ersten Range, uns Nachrichten mitgetheilet, die dieses Werk viel vollkomner gemacht haben, als es sonst würde gewesen seyn. (3) Welche Personen das waren, teilt Nicolai nicht mit. Was die Quellen anbelangt, die er für seine Beschreibung von Berlin heranzog, so finden wir hierzu Informationen in seinen Vorbemerkungen zur Ausgabe der Beschreibung von 1779. Hinsichtlich Potsdams hält er sich jedoch bedeckt. Durch Vergleich seiner Heransgehensweise bezüglich der Nutzung von Informationen über Berlin, kann in Bezug auf Potsdam auf die nachfolgende Quelle von Samuel Gerlach als hauptrangige Informationsbasis geschlossen werden: Gerlach, Samuel, M.: Gesammelte Nachrichten von Potsdam, Stück 1 – 3 in 1. Bd., Potsdam: Neumann; Bauer; Sommer, Stück 1, 1750, S. 8, 22, 28. Was ausgeschlossen werden kann ist, dass Nicolai seine Informationen aus "eigener Anschauung" der von ihm beschriebenen Objekte und Sachverhalte vor Ort gewonnen hat.


Von großer Bedeutung sind die Ausführungen von Friedrich Nicolai im Vorbericht seiner 1769er Publikation bezüglich der Quellensituation, der verfügbaren Darstellungen und der Solidität bzw. Glaubwürdigkeit der schriftlich verfügbaren Informationen.

Man hat gesorgt, daß die Nachrichten, so viel möglich, zuverläßig seyn möchten. ... Von verschienden Sachen, z. B. von den Landescollegien, von dem Bau des Berlinischen Schlosses, von den Manufacturen und Fabriken u. a. m. fand man wenig gedruckte zuverläßige Nachrichten. Der Leser bedenke die Mühe, von so vielen einzelnen Personen in einer so weitläufigen Stadt (gemeint ist Berlin, V. Pz.) Nachrichten einzuziehen, die oft sehr schwer zu erhalten waren; selbst die schon gedruckten Nachrichten waren zuweilen sehr unzuverläßig, ihre Richtigkeit mußte öfters mit ungemeiner Mühe untersuchet werden, oder wenn man geglaubt hatte, sich darauf verlassen zu können, so mußte man hernach zuweilen die Arbeit wieder von vorne anfangen, und Aenderungen vornehmen, die mehr Mühe machten, als der erste Aufsatz selbst. (4)

Was das Anliegen betrifft, dass Friedrich Nicolai mit der Veröffentlichung der Beschreibung... verfolgte, so zeigt sich hier die Widersprüchlichkeit des "Aufklärers" Nicolai. Er sieht keine Notwendigkeit, die in den beschriebenen Städten lebenden Menschen zu informieren und sie so mit ihrer heimatlichen Umgebung noch vertrauter zu machen. Seine Zielgruppe sind die so genannten "Fremden".

Das gegenwärtige Werk ist hauptsächlich zum Nutzen der Fremden geschrieben, die die Merkwürdigkeiten von Berlin und Potsdam besehen wollen. ... Man hat von der Geschichte oder dem vorigen Zustande der Residenzstädte mehr nicht beygebracht, als etwa ein Fremder zu wissen verlangen könte; hingegen hat man auch verschiedene Nachrichten eingeschaltet, die ein bloßer Leser vielleicht für unnütz und geringfügig achten möchte, von denen aber ein in Berlin oder Potsdam sich aufhaltender Fremder die Nothwendigkeit oder Nützlichkeit einsehen wird. (5)


1779

1776 machte sich Friedrich Nicolai daran, die 7 Jahre zuvor erschienene Beschreibung... zu überarbeiten. Vor allem sah er die Notwendigkeit, die darin enthaltenen Informationen zur historischen Entwicklung Berlins einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Sehr kritisch äußert er sich in diesem Zusammenhang in seiner Vorrede für die 1779er Auflage über die Sachverhalte, die er für die 1769er Ausgabe aus den Publikationen von Georg Gottfried Küster entnommen hatte.

Ich hatte bey der ersten Auflage, da es ohnedieß schon so schwer war die große Menge von Objekten zu erforschen und zu ordnen, gegelaubt, mich füglich der Arbeiten derjenigen Schriftsteller, welche mir vorgearbeitet hatten, bedienen zu können. Ich trauete ihnen damals mehr Genauigkeit und Zuverläßigkeit zu, als ich nachher leider! gefunden habe. Ich glaubte besonders, bey der ersten Auflage mich von dem sel. Küster in den Sachen, die er schon beschrieben hatte, sicher führen laßen zu können, da dieser Mann sein ganzes Leben mit der Brandenburgischen Geschichte, und einen großen Theil desselben mit der Geschichte und Beschreibung von Berlin, zugebracht hat. Ich entdeckte freylich nachher, wie unsicher dieser Führer ist. (6)

Die Schärfe der Kritik, die Nicolai an Küster übt, hätte den um die Erforschung der Geschichte Brandenburgs verdienten Mann bestimnmt vernichtet, wenn er nicht bereits im Jahr 17.... verstorben wäre. Nach seiner Generalkirik an Küster beschreibt Nicolai akribisch, wie er für die aktuelle Publikation die Informationen zusammen getragen hatte und auf welche Unterstützer er dabei zählen konnte. Die Übersicht der von ihm aufgeführten Namen ist lang, und hochkarätig. (7)

In seinem Bemühen, die Akribie und die Glaubwürdigkeit der von ihm verfassten Publikation zu belegen, informiert Nicolai auch erstmalig darüber, welche Autoren die in der 1779er Ausgabe enthaltenen Abschnitte zu Potsdam verfaßt hatten. Nicolai nennt hier Carl Ludwig von Oesfeld und den Staatssekretär des Preußischen Kultusministers Karl Abraham Freiherr von Zedlitz, Johann Erich Biester (1749-1816), mit dem er seit 1777 befreundet war. Nicolais Enkel Gustav Parthey schilderte Biester in seinen „Jugenderinnerungen“ als Nicolais „genauesten Freund“. In der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften hielt sein Akademiekollege Biester 1811 einen Nachruf auf ihn, der in den „Abhandlungen“ für 1812/1813 erschien.

Friedrich Nicolai beschreibt die von Oesfeld und Biester erhaltene Unterstützung wie folgt:

Meine ganz besondere Dankbarkeit aber verdienen, der Herr Hofrath Oesfeld, und der Herr Biester, Sekretär bey des Herrn Staatsministers von Zedlitz Excellenz. Herr Hofrath Oesfeld, hatte schon, nach seiner vorzüglichen Stärke in geographischen Zeichnungen, dieses Werk mit drey sehr saubern und genauen Planen gezieret, wovon die von Berlin und Potsdam, auf einerley Maasstab gezeichnet sind, und Herr Sekr. Biester hatte schon verschiedene einzelne Aufsätze, z. B. die Beschreibung der Merkwürdigkeiten des K. Schlosses S. 642 bis 679 u. a. zu diesem Werke geliefert, als ich durch eine Krankheit, wozu die allzuviele Arbeit der erste Grund war, außer Stand gesetzt ward, eine Zeitlang an diesem Werke zu arbeiten. Um mich also zu erleichtern, haben beyde, aus Freundschaft für mich, die Beschreibung von Potsdam übernommen, welche also gänzlich ihre Arbeit ist. Hofrath Oesfeld hat den Ersten Abschnitt oder die Topographie aufgesetzt, und die Einleitung und die übrigen Abschnitte, welche Herr Sekr. Biester aufgesetzt hatte, durchgesehen, und mit manchen Erläuterungen und Anmerkungen bereichert.

Sie haben sich bey dieser Arbeit vorzüglich der vielen interessanten und ausführlichen handschriftlichen Nachrichten von Potsdam bedienet, welche mir der Herr Kriegs- und Steuerrath Richter zu Potsdam, mit ungemeiner Willfährigkeit mitgetheilet hat. Ob sie gleich wegen des eingeschränkten Raumes, und der Absicht dieses Werks jezt nicht sämtlich haben können beygebracht werden, so bin ich doch Demselben für die gütige Mittheilung den verbindlichsten Dank schuldig. Außerdem habe ich vom Herrn Fabrikeninspektor Buddeus, Herrn Direktor Egerland, Herrn Rektor Gerlach, Herrn Krüger, Zeichner beym Königl. Baukomtor, und Herrn Salzmann, Königl. Gärtner verschiedene sehr nützliche Nachrichten von Potsdam erhalten. (8)


1786

In der am 28. April 1786 verfassten Vorrede zu seiner, nunmehr in drei Bänden, herausgegebenen Beschreibung von Berlin und Potsdam resümierte Friedrich Nicolai die Entwicklung, die sich in diesem Werk seit Erscheinen der ersten Ausgabe, im Jahr 1769, vollzogen hatte.

Die erste Ausgabe dieses Werks erschien im Jahre 1769. Ob ich gleich den möglichsten Fleiß daran wendete, so war sie doch noch sehr unvollkommen; denn ich konnte damals noch nicht alle nöthige Nachrichten und Materialien erhalten, und sah auch noch nicht alle Schwierigkeiten ein, die sich bey einem solchen Unternehmen finden. Nachdem ich zehen Jahre unermüdet fortgearbeitet hatte, um meine Kenntnisse sowohl von der Geschichte als von der neuen Beschaffenheit meiner Vaterstadt zu erweitern; nachdem ich durch die Gnade des Königl. Kabinettsministers Herrn von Herzberg Excellenz; die Erlaubniß erhielt, das Königl. Archiv zu gebrauchen; nachdem Patrioten von allen Ständen sich beeiferten, mich mit Nachrichten von den so mannichfaltigen Gegenständen und Merkwüdigkeiten, die Berlin in sich fasset, zu versehen; so konnte ich im Jahre 1779 eine neue Ausgabe in zwey Bänden liefern. Sie war so völlig umgearbeitet, daß sie eigentlich ein ganz neues Werk genennt zu werden verdiente.

Ich habe in meinem Fleiße nicht nachgelassen. Seit der vorigen Ausgabe, hatte ich beständig Materialien zu der neuen Ausgabe gesammlet, hatte alle Veränderungen angemerkt, hatte mehrmals Monate lang auf dem K. Archive gearbeitet, um verschiedene historische Umstände zu berichtigen; und ich muß den K. Archivarien sämmtlich öffentlich für die Gefälligkeit danken, mit welcher sie meine Arbeit begünstigt und erleichtert haben. Hätten mir meine vielen anderen dringenden Geschäfte mehr Muße gelassen, so würde ich in diesem Fache noch mehr haben leisten können; und ich hoffe auch es noch künftig zu thun; indessen darf ich doch wohl ohne Ruhmredigkeit sagen, daß noch bis jetzt die Geschichte keiner großen Stadt Deutschlands so genau und archivarisch ist untersucht worden, als von mir die Geschichte Berlins. (9)


Was die Erstellung der Abschnitte zur Residenzstadt Potsdam anbelangte, hatte Nicolai keine kritischen bemerkungen voran zu schicken. Vielmehr bedankte er sich wieder ausführlich bei all jenen, die ihn mit Informationen zu Potsdam versorgt hatten und an der Abfassung der Beiträge mitwirkten.

Bey der Beschreibung von Potsdam muß ich ebenfalls die freunschaftlichste Bereitwillligkeit und Unterstützung vieler würdigen Männer rühmen. Meine allzusehr überhäuften Geschäfte hinderten mich, wie ich mir erst vorgenommen hatte, selbst nach Potsdam zu reisen. Es hatte daher der Hr. Hauptmann von Stamford vom K. Ingenieurkorps, ob er gleich selbst wichtige Geschäfte genug auf sich hat, da er meine Verlegenheit sah, für mich die Freundschaft, nach meinem Plane, die allgemeine Besorgung und Anordnung der von Potsdam einzuziehenden Nachrichten zu übernehmen. Ich erkenne mich dafür Demselben ausserst verpflichtet. Es haben ihm dabey Hr. Rathmann und Fabrikinspektor Buddeus, Hr. Lieutenant Hayne vom K. Ingenieurkorps, Hr. Feldpropst Kletschke, Hr. Krüger, Zeichner beim K. Baukomtor, Hr. Bauinspektor Manger, Hr. Lieutenant von Massenbach, vom K. Gefolge, Herr Kriegs- und Steuerrath Richter, Hr. Salzmann, K. Gärtner, Hr. Sartori, Kunststukkator, Herr Rath Sprengel und Hr. Hauptmann von Winankow vom Regiment Prinz von Preußen freundschaftlich beygestanden, welchen Herren ich für diese bezeigte Gefälligkeit hier auch öffentlich meinen schuldigen Dank bezeige. (10)


Bezüglich weiterer Unterlagen, die er in seiner neuesten Ausgabe Verwendung fanden, berichtet Friedrich Nicolai:

Diese Karte (der Plan von Berlin, V. Pz.) ist von Herrn Ludwig Schmidt gestochen, welcher zu den vorzüglichsten Landkartenstechern in Deutschland gehört. Eben derselbe hat auch den Grundriß von Potsdam, welcher wegen der geringen Veränderung nicht neu gestochen werden durfte, ganz nach der jetzigen Beschaffenheit geändert und allenthalben überarbeitet. Ich habe ausserdem noch dieser neuen Ausgabe einen Grundriß beider Geschosse des neuen Königl. Schlosses bey Sanssouci beygefügt, welcher den Fremden, die die Merkwürdigkeiten dieses mächtigen Schlosses besehen wollen, sehr bequem seyn wird. (11)


1793

In den Vorbemerkungen zu seiner Ausgabe der Beschreibung ... von 1786 hatte sich Friedrich Nicolai mit dem an ihn herangetragetragenen Anliegen auseinandergesetzt, eine Kurzfassung dieser Beschreibung zu erstellen. Ganz konnte er sich mit diesem Gedanken damals nicht so richtig anfreunden. 1793 legte er diese reduzierte Fassung jedoch vor, was er in der Vorrede zu dieser Ausgabe wie folgt begründete:

Als ich im Jahre 1786 die dritte ganz umgearbeitete Auflage meiner großen Beschreibung von Berlin und Potsdam und der umliegenden Gegend herausgab, versprach ich schon, einen Auszug daraus zu besorgen. Die Erfüllung dieses Versprechens ist durch mancherley Ursachen bis jetzt aufgehalten worden.

Es ist besonders Fremden, aber auch Einheimischen, welche die Merkwürdigkeiten in kurzem nachsehen wollen, ein kleines Buch nöthig, welches ihnen zum Wegweiser dienen kann. Dieß habe ich längst eingesehen, nur sah ich auch ein, daß die Schwierigkeiten nicht gering waren. Ein solches Buch soll kurz und doch vollständig, gedrängt voll Merkwürdigkeiten und doch deutlich seyn, nur das Nothwendigste in sorgfältiger Auswahl der Nachrichten enthalten, und doch nichts weglassen, was Personen von so sehr verschiedener Denkungsart wissenswürdig scheinen könnte. Wenn man sich die Arbeit leicht machen, wenn man nur ungefähr angehen will, was man in Berlin für merkwürdig hält, wenn man dabey weder auf die größte Genauigkeit noch Vollständigkeit sehen will, so ists freylich leicht, aus meinem großen Buche ein kleines zu machen. Meine Absicht war aber, eine kleine Beschreibung Berlins und Potsdams zu besorgen, welche Fremden und Einheimischen zum Wegweiser dienen, und in ihrer Art so genau, so vollständig und so zweckmäßig wäre, als meine große Beschreibung. (12)


Einen weiteren Fortschritt brachte Nicolai, im Vergleich zu den vorangegangenen Ausgaben, scheinbar ganz nebenbei ein: Hatte er sich anfangs als Herausgeber einer Beschreibung von Berlin und Potsdam für die Fremden verstanden, so wollte er mit dieser Kurzfassung auch die Einheimischen mit bedienen.


Diese kurze Beschreibung von Berlin und Potsdam ist in eben der Ordnung abgefaßt, wie die große Beschreibung, und hat eben dieselben Abschnitte. ... Es ist aber dieser Wegweiser durch Berlin und Potsdam nicht nur ein sachreicher Auszug aus meiner Beschreibung; sondern es ist auch dafür gesorgt worden, daß alle seit 1786 geschehenen Veränderungen genau bemerkt sind und daher der jetzige Zustand richtig beschrieben wird. So sind z. B. in der Topographie von Berlin die seit 1786 gebaueten neuen Gebäude und Thore allenthalben genau angezeigt, S. 20 ff., die Wohnungen des Königs auf dem Schlosse zu Berlin beschrieben und in der Topographie von Potsdam, S. 192 eine genaue Beschreibung des prächtigen Königl. neuen Schlosses am heiligen See bey Potsdam eingerückt, davon man noch gar keine gedruckte Nachrichten hat. Im zweyten Abschnitte ist die jetzige Anzahl der Einwohner nach ihren verschiedenen Abtheilungen angegeben. Im vierten und fünften Abschnitte sind alle bey den Königl. Landeskollegien und den Stadtkollegien geschehenen Veränderungen und neuen Verfassungen angezeigt, z. B. S. 66 das Oberkriegskollegium. ... Eben solche neuen Nachrichten findet man auch im achten und den folgenden Abschnitten, so wie auch in der Beschreibung von Potsdam und von der Gegend um Berlin und Potsdam. (13)


Übersicht der Arbeiten Nicolais zu Potsdam

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und alle daselbst befindliche Merkwürdigkeiten. Nebst einem Anhange, enthaltend die Leben aller Künstler, die seit Churfürst Friedrich Wilhelms des Großen Zeiten in Berlin gelebet haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind, Berlin bey Friedrich Nicolai, 1769 (Nicolai 1769)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und aller daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten. Nebst Anzeige der jetztlebenden Gelehrten, Künstler und Musiker, und einer historischen Nachricht von allen Künstlern, welche vom dreyzehnten Jahrhunderte an, bis jetzt in Berlin gelebt haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind. Neue völlig umgearbeitete Auflage mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, und einer Charte der Gegend um Berlin und Potsdam. Erster Band, Berlin (bey Friedrich Nicolai) 1779 (Nicolai 1779)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend. Dritte völlig umgearbeitete Auflage; mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, einem Grundrisse des neuen Schlosses bey Sanssouci, und einer neuen Karte der Gegend um Berlin. Erster Band, Berlin, 1786, bey Friedrich Nicolai (Nicolai 1786)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend. Dritte völlig umgearbeitete Auflage; mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, einem Grundrisse des neuen Schlosses bey Sanssouci, und einer neuen Karte der Gegend um Berlin. Zweyter Band, Berlin, 1786, bey Friedrich Nicolai (Nicolai 1786)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend. Dritte völlig umgearbeitete Auflage; mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, einem Grundrisse des neuen Schlosses bey Sanssouci, und einer neuen Karte der Gegend um Berlin. Dritter Band, Berlin, 1786, bey Friedrich Nicolai (Nicolai 1786)

Friedrich Nicolai: Wegweiser für Fremde und Einheimische durch die Königl. Residenzstädte Berlin und Potsdam und die umliegende Gegend, enthaltend eine kurze Nachricht von allen daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten. In einem bis jetzt fortgesetzten Auszuge der großen Beschreibung von Berlin und Potsdam. Mit einem Grundrisse der Stadt Berlin, Berlin 1793, bey Friedrich Nicolai (Nicolai 1793)


Einzelnachweise

(1) Wikipedia: Friedrich Nicolai

(2) Denkschrift auf Friedrich Nicolai. Von J. E. Biester. In: Abhandlungen der Königlichen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1812-1813, Berlin (Realschul-Buchhandlung) 1816, S. 27

(3) Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und alle daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten. Nebst einem Anhange, enthaltend die Leben aller Künstler, die seit Churfürst Friedrich Wilhelms des Großen Zeiten in Berlin gelebet haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind, Berlin bey Friedrich Nicolai, 1769, S. III.

(4) Ebenda, S. II.

(5) Ebenda, S. I.

(6) Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und aller daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten. Nebst Anzeige der jetztlebenden Gelehrten, Künstler und Musiker, und einer historischen Nachricht von allen Künstlern, welche vom dreyzehnten Jahrhunderte an, bis jetzt in Berlin gelebt haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind. Neue völlig umgearbeitete Auflage mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, und einer Charte der Gegend um Berlin und Potsdam. Erster Band, Berlin (bey Friedrich Nicolai) 1779, S. I f.

(7) Ebenda, S. XI bis XIV.

(8) Ebenda, S. 14 f.

(9) Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend. Dritte völlig umgearbeitete Auflage; mit genauen Grundrissen der Städte Berlin und Potsdam, einem Grundrisse des neuen Schlosses bey Sanssouci, und einer neuen Karte der Gegend um Berlin. Erster Band, Berlin, 1786, bey Friedrich Nicolai, S. I f.

(10) Ebenda, S. VIII

(11) Ebenda, S. IX f.

(12) Friedrich Nicolai: Wegweiser für Fremde und Einheimische durch die Königl. Residenzstädte Berlin und Potsdam und die umliegende Gegend, enthaltend eine kurze Nachricht von allen daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten. In einem bis jetzt fortgesetzten Auszuge der großen Beschreibung von Berlin und Potsdam. Mit einem Grundrisse der Stadt Berlin, Berlin 1793, bey Friedrich Nicolai, S. I f.

(13) Ebenda, S. II ff.