Platz der Einheit

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Vor den Stadterweiterungen König Friedrich Wilhelms I. war der Platz noch ein Gewässer (1528: Niclas-See, 1683: Clauß-See, 1710: die faule See). Die Bepflanzung mit Bäumen wird in dem Namen Nauensche Plantage (1722, 1730) erkennbar, aber noch 1786 heißt der sumpfige Platz Faule See Plantage. Die Häuser an der Ostseite des Platzes standen an der Straße Im (Am) Pleinen (niederländisch: plein = Platz), die der Westseite an der Nauenschen Straße (Friedrich-Ebert-Straße). Nach 1786 wurde der Platz nach König Friedrich Wilhelm II. Wilhelms Platz, später Wilhelmplatz genannt. Dieser Name galt nur für die Häuser der Nord- und Ostseite, die Westseite hieß Nauener Straße, die Südseite Am Kanal. 1946 erfolgte die Umbenennung in Platz der Einheit, wobei unter dem Begriff "Einheit" zunächst die Einheit Deutschlands, später aus politischen Gründen die Einheit der Arbeiterklasse verstanden wurde.<ref>Klaus Arlt: Die Straßennamen der Stadt Potsdam. Geschichte und Bedeutung. In: Mitteilungen der Studiengemeinschaft Sanssouci. Verein für Kultur und Geschichte Potsdams e.V., 4. Jahrgang (1999), Heft 2, S. 55 f.</ref>

Nach 1945

Die Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 und die Kämpfe innerhalb des Stadtgebiets beim Einrücken der Truppen der Roten Armee führten auch den Bauten rund um den damaligen Wilhelmplatz große Schäden zu. Erhalten blieben nur das Postamt aus der Wilhelminischen Zeit sowie einzelne Bauten auf der Westseite des Platzes. Sehr stark beschädigt waren zwar die am östlichen Platzrand stehenden Gebäude sowie die Synagoge.

In einem am 26. März 1957 erstmalig ausgelobten und am 19. September 1957 neu ausgeschriebenen Wettbewerb zur Gestaltung des Stadtzentrums ist auch eine Zeichnung zum Erhalt des Gebäudes Friedrich-Ebert-Straße 117 bis 122 enthalten. Im "Erläuterungsbericht zum Bebauungsvorschlag" für den Platz der Einheit vom 1. April 1958 heißt es:

"Durch Beschluß des Rates der Stadt und des Bezirkes wurde festgelegt, im Jahre 1959 in der Innenstadt Potsdam mit der Errichtung 
von Wohnungen in komplexer Bauweise zu beginnen. Als erste zu bebauende Fläche wurde das vollständig zerstörte Gebiet zwischen dem 
Platz der Einheit und der Französischen Straße und den anschließenden Flächen bis zum Schauspielhaus und an der Friedrich-Ebert-
Straße, Ecke Kupferschmiedsgasse bestimmt. Noch bestehende Bauten müssen der - nur im großen Zusammenhang effizienten - Baustelle 
weichen, selbst wenn sie unter Denkmalschutz stehen. An der Ostseite der Französischen Straße steht z. Z. noch eine Ruine und eine 
Fassade unter Denkmalschutz. Im Zuge der Bebauung dieser Straßenseite in industrieller Bauweise ist es notwendig, daß diese Ruinen 
abgerissen werden. das z. Z. noch bewohnte Gebäude am Platz der Einheit, Ecke Wilhelm-Pieck-Straße wird abgerissen."<ref>Stadtarchiv Potsdam, Sign. 382, Rat der Stadt Potsdam, Stadtbauamt, Wiederaufbau Stadtzentrum 1958 - 1959, Bl. 11, RS, Bl. 12, RS. Zitiert in: Emmerich-Focke, Christina: Stadtplanung in Potsdam 1945 - 1990. Kollision des Sozialismus mit dem städtebaulichen Erbe Brandenburg-Preußens in Potsdam, [STADT:WERK] Potsdam, Potsdam 1999, S. 87.</ref>

Das im nördlichen Teil der Westbebauung des Platzes stehende und stark zerstörte Säulenhaus war abgetragen worden und sollte durch ein Ledigenwohnhaus ersetzt werden. lediglich das Haus des Handwerks blieb erhalten. Rund um den Platz der Einheit war der Bau von Wohnhäusern mit fünf Geschossen vorgesehen. An der Nordseite des Platzes sollte ein Kaufhaus entstehen. Ab 1959 wurde das Wohnquartier zwischen Platz der Einheit (Ostseite), Wilhelm-Pieck-Straße, Joliot-Curie-Straße und Am Kanal gebaut. Zur Schaffung von Baufreiheit wurde die nördlich der Hauptpost stehende beschädigte Synagoge abgerissen. An der Ostseite des Platzes entstanden fünfgeschossige Wohnhäuser vom Typ B und entlang der Wilhelm-Pieck-Straße viergeschossige Wohnhäuser vom gleichen Typ. Der Architekt Fritz Rothstein bewertete die Planung des Quartiers sehr kritisch. Auch die Bevölkerung hatte ihre Probleme mit dem neuen Baustil.

"Denn so schön die Wohnungen am Bassinplatz in Potsdam sind, wirken sie doch in der Architektur klotzig, viel zu einfach."<ref>Ebenda, S. 112.</ref>

1966 wurde die Kaufhalle "Basar" fertiggestellt. 1973 folgte das "Schuhhaus".



Einzelnachweise

<references />