Julius Gustav Lange

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Lange, Julius Gustav (* 1815 in Potsdam; † 1905 in Potsdam) war Metzgermeister und Münzfachmann.


Leben

Julius Lange war als Schlächtermeister tätig. Die Fleischerei befand sich bis 1870 in der Brandenburger Straße 29 (neben Kaiser“s), in einem der unter König Friedrich Wilhelm I. erbauten barocken Typenhäuser. Es war nach im Landeshauptarchiv befindlichen Akten 1810 durch Johann Friedrich Lange dem Schlächtermeister August John abgekauft worden. Der Kaufpreis betrug 900 Thaler in preußischem Courant nach dem Münzfuß de 1764. Die Familie Lange stammte aus Sachsen und war wohl um 1730, zur Zeit des Soldatenkönigs, nach Potsdam gezogen.

Julius Lange leistete ab 1835 seinen Militärdienst als ein Gardemann an Größe als Freiwilliger im Ersten Garderegiment zu Fuß. Um 1842 übernahm er die väterliche Fleischerei. 1870, im Alter von 55 Jahren, geht er in den "Vorruhestand". Er kauft das Haus Breite Straße 4, wo er ab 1870 wohnt, und die Mammonstraße 10, wohin er in den 1890er Jahren umzieht. Seine Zeit widmet er nun vor allem seinen anspruchsvollen Hobbys, Münzkunde und Stadtgeschichte.

Bereits seine frühere Tätigkeit als Metzermeister hatte sich durchaus mit seinem Faible für die Münzkunde vertragen. Beim Vieheinkauf in umliegenden Dörfern und auf dem Wochenmarkt erfuhr Lange oft als erster von Münzfunden. Julius Lange trug wesentlich zur Bergung und Beschreibung zahlreicher Münzschätze bei. Lange, von dem sich leider kein Bildnis erhalten hat, war Mitglied im Verein für die Geschichte Potsdams und hielt dort Vorträge unter anderem über den Kaufmann und Wohltäter der Stadt August Friedrich Eisenhart, die Amts-Meyerei und die Mühlen um Potsdam.

Als er 1905 im Alter von 90. Jahren starb, schrieb die Brandenburgia: Potsdam verliert in ihm eine originelle und volkstümliche Persönlichkeit. Ansehen erwarb sich Julius Lange auch, weil er die Wissenschaft unterstützte und „von seinen numismatischen Schätzen vieles an die öffentlichen Museen verschenkt oder doch unter billigen Bedingungen vertauscht“ hat, wie es im erwähnten Nachruf heißt.


Der Potsdamer Numismatiker Dr. Hans-Dieter Dannenberg nahm den 100. Todestag von Julius Lange zum Anlass, um dessen Leben und Wirken nachzugehen. Die Ergebnisse seiner Recherchen veröffentlichte er in Heft 14/2006 der Beiträge zur brandenburgisch-preußischen Numismatik. Dannenberg geht davon aus, dass Lange manche Fundmünzen gleich an die fachlich besser befähigten oder ausgerüsteten Numismatiker weitergeleitet hat. Auch das heutige Potsdam-Museum besitzt einige Stücke aus den Sammlungen.<ref>PNN über Julius Lange</ref>



Veröffentlichungen zur Geschichte Potsdams

  • Lange, Julius: Die Potsdamer Kirchen- und Innungs-Siegel. In: MVGP. - N. F. Bd. 6, Teil 1, Nr. 218
  • Lange, Julius: August Friedrich Eisenhart. (Ein Lebensbild). In: MVGP. - N. F. Bd. 6, Teil 1, Nr. 229
  • Lange, Julius: Das Vorwerk Gallin. Zur Geschichte des Potsdamer Schlächtergewerkes. In: MVGP. - N. F. Bd. 6, Teil 1, Nr. 246
  • Lange, Julius: Beiträge zur Geschichte des Potsdamer Mühlenwesens. In: MVGP. - N. F. Bd. 7, Teil 2, Nr. 269, 1878
  • Lange, Julius: Die Potsdamer Amts-Meyerei. In: MVGP.- N. F. Bd. 8, Teil 3, Nr. 272, 1883


Anmerkungen

<references />