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| Potsdam – Hauptstadt des Landes Brandenburg und historisch bedeutsame Stadt in Deutschland und Europa - verfügt über keine geschriebene, vollständige und in sich geschlossene Stadtchronik.
  
Siehe die [http://meta.wikipedia.org/wiki/MediaWiki_i18n Dokumentation zur Anpassung der Benutzeroberfläche]
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Es gibt zahlreiche - speziell im letzten Jahrhundert und zur Tausendjahrfeier im Jahre 1993 erschienene - Publikationen mit Daten zur Geschichte Potsdams. Der Öffentlichkeit geben sie Auskunft über Ereignisse aus der Historie der Stadt. Wissenschaftlichen Ansprüchen genügen diese Veröffentlichungen aber nur bedingt. Ein Problem: Die Autoren geben oft nicht an, aus welchen Quellen sie ihr Wissen schöpften und ob die Daten auf ihre Richtigkeit geprüft wurden.
und das [http://meta.wikipedia.org/wiki/MediaWiki_User%27s_Guide Benutzerhandbuch] für Hilfe zur Benutzung und Konfiguration.
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Die im Entstehen begriffene „[[Chronik der Stadt Potsdam 993-2005]]” will diesem Mangel abhelfen.
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Im ersten Arbeitsschritt wurden durch den ausgewiesenen Historiker und Stadtführer Dr. Volker Punzel 30 zwischen 1900 und 2002 erschienene Chronologien zur Geschichte Potsdams ausgewertet, die Daten in tabellarischer Übersicht zusammengestellt und so eine 4.500 Datensätze umfassende Übersicht von Ereignissen erstellt, die sich zwischen 993 und 2003 auf dem Gebiet Potsdams zugetragen haben.
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Diese Chronik ist seit November 2004 der Öffentlichkeit auf einem Computer im Informationszentrum der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam frei zugänglich.
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Die „Potsdam-Chronik 993 – 1599“ ist das erste Resultat des gegenwärtigen zweiten Arbeitschrittes. Für die bereits erfassten Daten wurden die ältesten Belege gesucht, Inhalte verifiziert und die chronologische Übersicht um neue, in der Literatur gefundene Daten ergänzt. Hinterlegt ist die Übersicht mit einer umfangreichen Sammlung vielfältiger Informationen zu Orten, Personen, Bildern, Karten und Begriffen der Potsdamer Stadtgeschichte.
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|| Im Jahr 1911 wurden im Uferbereich der Havel unweit der Heilig-Geist-Kirche Überreste eines alten slawischen Burgwalls entdeckt. Der archäologische Beweis für eine frühe slawische Besiedlung und auch für die Existenz des 993 urkundlich erwähnten „Poztupimi“ war offensichtlich gefunden. Weitere seitdem gemachte Funde untermauerten das Wissen über eine slawische Wasserburg und zweier nördlich gelegener Fischersiedlungen, die bis in die Zeit der askanischen Herrschaft über die Mark Brandenburg bestanden haben sollen. Noch heute erinnert die „Burgstraße“ an dieser Stelle an diese erste frühslawische Keimzelle des heutigen Potsdams.
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| Potsdam gehört nicht zu den bedeutenden mittelalterlichen Städten der Mark Brandenburg. In überlieferten Urkunden, mit denen die märkischen Städte Bündnisse besiegelten oder dem jeweiligen Kurfürsten der Mark gegenüber huldigten, ist Potsdam nicht unter den Unterzeichnenden. Auch der in frühen schriftlichen Zeugnissen auftauchende Begriff „civitas“ kann nur bedingt als Beleg für die Existenz einer mittelalterlichen Stadt „Potstamp“ - eine der vielen damals gebräuchlichen Schreibweisen - gelten. Erste urkundliche Belege für die Verleihung des Stadtrechts an Potsdam gibt es erst in einer Urkunde aus dem Jahre 1345 und im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375.
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Bildquelle:Geisler, Horst; Grebe, Klaus: Poztupimi – Potstamp – Potsdam<br>
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| Belegt ist die frühe Existenz von Klöstern in der Mark Brandenburg. Wann sich die Kirche auch auf der Insel Potsdam ansiedelte, ist bislang noch nicht eindeutig nachweisbar. In das Jahr 1314 fällt die erste Erwähnung einer in Potsdam bestehenden Kirche. Für die Dörfer in der Umgebung gibt es frühere Hinweise auf Kirchenbauten. Aber wie lange lebten im mittelalterlichen Potsdam noch Menschen, die sich bereits zum christlichen Glauben bekannten, gleichzeitig jedoch noch den alten slawischen Gottheiten die Treue hielten? Oder waren die frühen Potsdamer nicht nur treue Untertanen des jeweiligen Herrschers, sondern auch gute Katholiken?
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| Wer auf die Insel Potsdam gelangen wollte, benötigte dazu Brücken oder anderweitige Übersetzmöglichkeiten. Zum Schutz des wichtigen Havelüberganges – der heutigen Langen Brücke – wurde bereits im 13. Jahrhundert eine deutsche Turmburg errichtet. Ihre Überreste konnten die Archäologen freilegen. Unter Einbeziehung dieses Standortes entstand daraus später eine Renaissanceburg. Ihr folgte zum Ende des 16. Jahrhunderts die erste Schlossanlage, die als Residenz der jeweils Herrschenden ständig weiter vervollkommnet wurde und bis zu ihrem Abriss 1959/60 maßgeblich das Gesicht der Stadt Potsdam prägte.
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| Großer Beliebtheit bei den jeweils herrschenden Kaisern, Königen oder Kurfürsten erfreuten sich die Mark Brandenburg und das Gebiet des heutigen Potsdam als Pfandobjekt oder für die Belehnung treuer Untertanen. So verpfändete der junge Markgraf Sigismund, ein Sohn Kaiser Karls IV., die Mark im Jahre 1385 für 565.263 Goldgulden an seine Vettern Jobst und Procop von Mähren für die Hilfe bei seiner Königswahl. Bereits 1410 wird die Mark ein weiteres Mal verpfändet, diesmal von Markgraf Jodocus an Landgraf Wilhelm in Thüringen für 40.000 Böhmische Schock. Diese ständigen Besitzwechsel durchziehen die Geschichte des mittelalterlichen Potsdams. Sie schufen nicht nur Verärgerung bei den Bürgern und wachsenden Unmut beim Adel, sondern auch Unsicherheit auf Straßen und Wegen.
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Version vom 14:31, 20. Mär 2006

Einleitung
Potsdam – Hauptstadt des Landes Brandenburg und historisch bedeutsame Stadt in Deutschland und Europa - verfügt über keine geschriebene, vollständige und in sich geschlossene Stadtchronik.

Es gibt zahlreiche - speziell im letzten Jahrhundert und zur Tausendjahrfeier im Jahre 1993 erschienene - Publikationen mit Daten zur Geschichte Potsdams. Der Öffentlichkeit geben sie Auskunft über Ereignisse aus der Historie der Stadt. Wissenschaftlichen Ansprüchen genügen diese Veröffentlichungen aber nur bedingt. Ein Problem: Die Autoren geben oft nicht an, aus welchen Quellen sie ihr Wissen schöpften und ob die Daten auf ihre Richtigkeit geprüft wurden.

Die im Entstehen begriffene „Chronik der Stadt Potsdam 993-2005” will diesem Mangel abhelfen. Im ersten Arbeitsschritt wurden durch den ausgewiesenen Historiker und Stadtführer Dr. Volker Punzel 30 zwischen 1900 und 2002 erschienene Chronologien zur Geschichte Potsdams ausgewertet, die Daten in tabellarischer Übersicht zusammengestellt und so eine 4.500 Datensätze umfassende Übersicht von Ereignissen erstellt, die sich zwischen 993 und 2003 auf dem Gebiet Potsdams zugetragen haben. Diese Chronik ist seit November 2004 der Öffentlichkeit auf einem Computer im Informationszentrum der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam frei zugänglich. Die „Potsdam-Chronik 993 – 1599“ ist das erste Resultat des gegenwärtigen zweiten Arbeitschrittes. Für die bereits erfassten Daten wurden die ältesten Belege gesucht, Inhalte verifiziert und die chronologische Übersicht um neue, in der Literatur gefundene Daten ergänzt. Hinterlegt ist die Übersicht mit einer umfangreichen Sammlung vielfältiger Informationen zu Orten, Personen, Bildern, Karten und Begriffen der Potsdamer Stadtgeschichte.


Die Ersterwähnungsurkunde von 993
Eine Pergamenturkunde in lateinischer Schrift, versehen mit dem Datum 3. Juli 993, enthält den Hinweis auf einen Platz mit Namen „Poztupimi“ auf der Insel "Chotiemvicles" in der Provinz "Hevellon". Unterzeichnet wurde sie von König Otto III., der den Ort seiner Tante Mathilde, der Äbtissin des sächsischen Klosters Quedlinburg, schenkte. 1712 gelangt die Urkunde durch Friedrich Ernst Kettner erstmalig in gedruckter Form an die Öffentlichkeit. 1724 erklärt Jacob Paul Gundling, Hofhistoriograph des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., dass das darin erwähnte „Poztupimi“ identisch sei mit Potsdam. Seitdem wird die Ersterwähnung Potsdams auf 993 datiert. Urkunde aus dem Jahre 993


Das slawische Poztupimi
Rekonstruktion des slawischen Burgortes Poztupimi im 10. Jh.
Im Jahr 1911 wurden im Uferbereich der Havel unweit der Heilig-Geist-Kirche Überreste eines alten slawischen Burgwalls entdeckt. Der archäologische Beweis für eine frühe slawische Besiedlung und auch für die Existenz des 993 urkundlich erwähnten „Poztupimi“ war offensichtlich gefunden. Weitere seitdem gemachte Funde untermauerten das Wissen über eine slawische Wasserburg und zweier nördlich gelegener Fischersiedlungen, die bis in die Zeit der askanischen Herrschaft über die Mark Brandenburg bestanden haben sollen. Noch heute erinnert die „Burgstraße“ an dieser Stelle an diese erste frühslawische Keimzelle des heutigen Potsdams.

Bildquelle:Geisler, Horst; Grebe, Klaus: Poztupimi – Potstamp – Potsdam


Mittelalterliche Stadt Potstamp?
Potsdam gehört nicht zu den bedeutenden mittelalterlichen Städten der Mark Brandenburg. In überlieferten Urkunden, mit denen die märkischen Städte Bündnisse besiegelten oder dem jeweiligen Kurfürsten der Mark gegenüber huldigten, ist Potsdam nicht unter den Unterzeichnenden. Auch der in frühen schriftlichen Zeugnissen auftauchende Begriff „civitas“ kann nur bedingt als Beleg für die Existenz einer mittelalterlichen Stadt „Potstamp“ - eine der vielen damals gebräuchlichen Schreibweisen - gelten. Erste urkundliche Belege für die Verleihung des Stadtrechts an Potsdam gibt es erst in einer Urkunde aus dem Jahre 1345 und im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375.

Bildquelle:Geisler, Horst; Grebe, Klaus: Poztupimi – Potstamp – Potsdam

Rekonstruktion der Potsdamer Turmburg etwa im 13. Jh.


Kirche und Glauben
Belegt ist die frühe Existenz von Klöstern in der Mark Brandenburg. Wann sich die Kirche auch auf der Insel Potsdam ansiedelte, ist bislang noch nicht eindeutig nachweisbar. In das Jahr 1314 fällt die erste Erwähnung einer in Potsdam bestehenden Kirche. Für die Dörfer in der Umgebung gibt es frühere Hinweise auf Kirchenbauten. Aber wie lange lebten im mittelalterlichen Potsdam noch Menschen, die sich bereits zum christlichen Glauben bekannten, gleichzeitig jedoch noch den alten slawischen Gottheiten die Treue hielten? Oder waren die frühen Potsdamer nicht nur treue Untertanen des jeweiligen Herrschers, sondern auch gute Katholiken?


Brücken, Burgen, Schlösser
Wer auf die Insel Potsdam gelangen wollte, benötigte dazu Brücken oder anderweitige Übersetzmöglichkeiten. Zum Schutz des wichtigen Havelüberganges – der heutigen Langen Brücke – wurde bereits im 13. Jahrhundert eine deutsche Turmburg errichtet. Ihre Überreste konnten die Archäologen freilegen. Unter Einbeziehung dieses Standortes entstand daraus später eine Renaissanceburg. Ihr folgte zum Ende des 16. Jahrhunderts die erste Schlossanlage, die als Residenz der jeweils Herrschenden ständig weiter vervollkommnet wurde und bis zu ihrem Abriss 1959/60 maßgeblich das Gesicht der Stadt Potsdam prägte.
Rekonstruktion der s.g. Renaissanceburg etwa im 14. Jh.


Potsdam – beliebt als Pfand
Großer Beliebtheit bei den jeweils herrschenden Kaisern, Königen oder Kurfürsten erfreuten sich die Mark Brandenburg und das Gebiet des heutigen Potsdam als Pfandobjekt oder für die Belehnung treuer Untertanen. So verpfändete der junge Markgraf Sigismund, ein Sohn Kaiser Karls IV., die Mark im Jahre 1385 für 565.263 Goldgulden an seine Vettern Jobst und Procop von Mähren für die Hilfe bei seiner Königswahl. Bereits 1410 wird die Mark ein weiteres Mal verpfändet, diesmal von Markgraf Jodocus an Landgraf Wilhelm in Thüringen für 40.000 Böhmische Schock. Diese ständigen Besitzwechsel durchziehen die Geschichte des mittelalterlichen Potsdams. Sie schufen nicht nur Verärgerung bei den Bürgern und wachsenden Unmut beim Adel, sondern auch Unsicherheit auf Straßen und Wegen.