Botanik/Zoologie: Unterschied zwischen den Versionen

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== Von der Weichsel-Kaltzeit bis zum Boreal ==
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= Von der Weichsel-Kaltzeit bis zum Boreal =
Am Ende der [http://de.wikipedia.org/wiki/Weichsel-Kaltzeit Weichsel-Kaltzeit], während des späten [http://de.wikipedia.org/wiki/Pleistoz%C3%A4n Pleistozäns], breitete sich in Mittelbrandenburg eine Tundra mit Süß- und Sauergräsern aus. In der so genannten [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCngere_Dryas Jüngeren Tundrazeit], die von 10.730 bis 9.700 v. u. Z. ging, war über ganz Deutschland und Skandinavien der [http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Silberwurz Weiße Silberwurz] verbreitet. Heute ist diese Pflanze nur noch an klimatisch extremen Standorten zu finden. Die Vegetation prägten aber vor allem [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauergrasgew%C3%A4chse Sauergrasgewächse] und [http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9Fgr%C3%A4ser Süßgräser], aber auch Schachtelhalme, Hahnenfußgewächse, Kreuzblütler und Doldenblütler.\n\nErneute klimatische Veränderungen führten zu starken Veränderungen der Vegetation. Gräser- und Kräutervegetationen gingen nach und nach zurück. Die Zwergbirke, der Wacholder, die Weide und die Pappel, aber auch der Sanddorn breiteten sich aus. Im [http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4boreal Präboreal] (9.610 bis 8.690 v. u. Z.), dem ältesten Zeitabschnitt des Holozäns, breiteten sich Birken, Kiefern und Hasel in Richtung Norden aus. Es entstanden Birken- oder Birken-Kiefernwälder. Die Birke war vorherrschend im präborealen Wald. Gegen Ende des späten Präboreals wurde sie von der Kiefer verdrängt. Eberesche und espe sowie wärmeempfindliche Wacholderarten waren Begleitpflanzen der Wanderungsvegeation dieser Zeit.\n\n\nIm [http://de.wikipedia.org/wiki/Boreal_%28Klimastufe%29 Boreal] (8.690 bis 7.270 v. Chr.) wanderten Eichenmischwälder in Mitteleuropa ein. Sie bestanden vorrangig aus Eichen, Ulmen, Linden und Erlen. Der einwandernden Vegetation folgten auch die Tiere. Hirsche lebten in den Wäldern, Rehe, Elche, Wildschweine und Auerochsen. Wärmeliebende Tierarten wie die Europäische Sumpfschildkröte waren zu finden. Zu den eingewanderten Raubtieren gehörten der Wolf, der Braunbär, der Luchs und die Wildkatze. Hasen waren weit verbreitet. In Sumpfgebieten und an Flüssen lebten Biber und Otter. Fischarten wie Hechte und Welsartige gab es zahlreich.  
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Am Ende der [http://de.wikipedia.org/wiki/Weichsel-Kaltzeit Weichsel-Kaltzeit], während des späten [http://de.wikipedia.org/wiki/Pleistoz%C3%A4n Pleistozäns], breitete sich in Mittelbrandenburg eine Tundra mit Süß- und Sauergräsern aus. In der so genannten [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCngere_Dryas Jüngeren Tundrazeit], die von 10.730 bis 9.700 v. u. Z. ging, war über ganz Deutschland und Skandinavien der [http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Silberwurz Weiße Silberwurz] verbreitet. Heute ist diese Pflanze nur noch an klimatisch extremen Standorten zu finden. Die Vegetation prägten aber vor allem [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauergrasgew%C3%A4chse Sauergrasgewächse] und [http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9Fgr%C3%A4ser Süßgräser], aber auch Schachtelhalme, Hahnenfußgewächse, Kreuzblütler und Doldenblütler.
  
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Erneute klimatische Veränderungen führten zu starken Veränderungen der Vegetation. Gräser- und Kräutervegetationen gingen nach und nach zurück. Die Zwergbirke, der Wacholder, die Weide und die Pappel, aber auch der Sanddorn breiteten sich aus. Im [http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4boreal Präboreal] (9.610 bis 8.690 v. u. Z.), dem ältesten Zeitabschnitt des Holozäns, breiteten sich Birken, Kiefern und Hasel in Richtung Norden aus. Es entstanden Birken- oder Birken-Kiefernwälder. Die Birke war vorherrschend im präborealen Wald. Gegen Ende des späten Präboreals wurde sie von der Kiefer verdrängt. Eberesche und Espe sowie wärmeempfindliche Wacholderarten waren Begleitpflanzen der Wanderungsvegetation dieser Zeit.
  
== Forschungsstand und Darstellungsgeschichte ==
 
Eine Zusammenfassung des Forschungsstandes zur Botanik und zur Zoologie erfolgte 1969 in Band 15 der von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin herausgegebenen Reihe \"Werte der Deutschen Heimat\". \'\'Potsdam und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme\'\' ist das Produkt einer von der Arbeitsstelle Dresden der Akademie betreuten Gruppe von Autoren. Der Potsdamer Geograph Dr. Gerhard Engelmann hatte sie für die Mitarbeit gewonnen und koordinierte die Arbeiten. Das Themengebiet Landschaftsgeschichte und Pflanzenwelt bearbeitete [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Dieter_Krausch Dr. Heinz-Dieter Krausch] von der Forschungsstelle für Limnologie der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und das Themengebiet Tierwelt Manfred Feiler, Bezirksheimatmuseum Potsdam. Anliegen der heimatkundlichen Bestandsaufnahme war die \'\'Verbindung von geologischen, morphologischen, hydrologischen, vegetationskundlichen, forstlichen, faunistischen und fischereikundlichen Beiträgen mit solchen ur- und frühgeschichtlicher, siedlungsgeographischer, ortsgeschichtlicher, kunstgeschichtlicher und namenkundlicher Art\'\'. Die Bestandsaufnahme wollte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und durch die populär-wissenschaftliche Beschreibung der Ergebnissse eine breite Leserschaft erreichen.\n\nÜber das Niveau der 1969 veröffentlichten Forschungsergebnisse zu Botanik und Zoologie des Potsdamer Raumes hinaus gehende Arbeiten zur Geschichte Potsdams sind nicht bekannt.
 
  
Eine Zusammenfassung des nach 1969 erreichten Forschungsstandes bildet gewissermaßen die im Jahr 1997 im Selbstverlag von mehreren Geowissenschaftlern erstmals und 2001 in zweiter erweiterter Auflage herausgegebene Arbeit Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr 4 Potsdam und Umgebung. Dr Volkmar Rowinsky  befasst sich darin mit der Entwicklungsgeschichte des 500 m vom Dorf Ferch entfernten großen Moores Fercher Kesselmoor. Das Kesselmoor gehört zu den mineralbodenwasser beeinflußten Moortypen. Nach der Verlandung eines Gewässers entsteht in abflusslosen Hohlräumen ein zumeist sehr mächtiger Torfkörper. Der schnell wachsende Torfkörper umschloss Pflanzen- und Tierreste, die sich luftdicht abgeschlossen sehr gut erhalten konnten. Im großen Fercher Kesselmoor konnte Rowinsky so nicht nur 13 000 Jahre Moorentwicklung nachvollziehen, sondern auch der Entwicklung von Flora und Fauna bu8c3b6lling-interstadial 11 720 - 11 590 v u z bu8c3b6lling-interstadial 11 720 - 11 590 v u z bu8c3b6lling-interstadial 11 720 - 11 590 v u z.
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Im [http://de.wikipedia.org/wiki/Boreal_%28Klimastufe%29 Boreal] (8.690 bis 7.270 v. Chr.) und dem sich anschließenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantikum Atlantikum] (8.000 bis ca. 4000 v. Chr.) breiteten sich aus Mitteleuropa eingewanderte Eichenmischwälder in unserer Region aus. Sie bestanden vorrangig aus Eichen, Buchen, Ulmen, Hasel, Linden sowie Erlen und verdrängten Weichhölzer, wie Birke und Kiefer. Ihnen folgten die Tiere. Hirsche lebten in den Wäldern, Rehe, Elche, Wildschweine und Auerochsen. Wärmeliebende Tierarten wie die Europäische Sumpfschildkröte waren zu finden. Zu den eingewanderten Raubtieren gehörten der Wolf, der Braunbär, der Luchs und die Wildkatze. Hasen waren weit verbreitet. In Sumpfgebieten und an Flüssen lebten Biber und Otter. Fischarten wie Hechte und Welsartige gab es zahlreich.
  
Die Sedimente aus dieser Zeit enthalten eine vielzahl von Fossilien. Vertreter flacher Gewässer mit einer Wassertiefe von bis 4 m kommen vor. Muscheln und Muschelkrebse aber auch Landlungenschnecken. Armleuchteralgen besiedeln den Sanduntergrund des Gewässers. Die das Moor umgebenden Hänge sind vor allem mit Birken bewachsen.
 
  
Alleröd-interstadial 11 400 - 10 730 v u z.
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= Forschungsstand und Darstellungsgeschichte =
Alleröd-interstadial 11 400 - 10 730 v u z.
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Eine Zusammenfassung des Forschungsstandes zur Botanik und zur Zoologie erfolgte 1969 in Band 15 der von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin herausgegebenen Reihe "Werte der Deutschen Heimat". ''Potsdam und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme'' ist das Produkt einer von der Arbeitsstelle Dresden der Akademie betreuten Gruppe von Autoren. Der Potsdamer Geograph Dr. Gerhard Engelmann hatte sie für die Mitarbeit gewonnen und koordinierte die Arbeiten. Das Themengebiet Landschaftsgeschichte und Pflanzenwelt bearbeitete [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Dieter_Krausch Dr. Heinz-Dieter Krausch] von der Forschungsstelle für Limnologie der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und das Themengebiet Tierwelt Manfred Feiler, Bezirksheimatmuseum Potsdam. Anliegen der heimatkundlichen Bestandsaufnahme war die ''Verbindung von geologischen, morphologischen, hydrologischen, vegetationskundlichen, forstlichen, faunistischen und fischereikundlichen Beiträgen mit solchen ur- und frühgeschichtlicher, siedlungsgeographischer, ortsgeschichtlicher, kunstgeschichtlicher und namenkundlicher Art''. Die Bestandsaufnahme wollte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und durch die populär-wissenschaftliche Beschreibung der Ergebnissse eine breite Leserschaft erreichen.
Alleröd-interstadial 11 400 - 10 730 v u z.
 
Im  älteren Alleröd  verstärkte sich die Bewaldung, bei der Baumbirke und Wacholder dominierten. Im Uferbereich des Moores wurden für diese Zeit Weiden und Zwergbirken sowie Sanddorn nachgewiesen. Im  jüngeren alleröd  bestimmte die Kiefer das Bild des Waldes. Der Ausbruch des Laacher vulkans und der damit verbundene ausstou8c2b4von vulkanischen aschen fu8c3bchrte fu8c3bcr eine kurze periode zum abfall der temperatur das wachstum der flora stagnierte ju8c3bcngere dryaszeit 10 730 - 9 700 v u z ju8c3bcngere dryaszeit 10 730 - 9 700 v u z ju8c3bcngere dryaszeit 10 730 - 9 700 v u z auflichtung des waldbestandes infolge weiterer klimaverschlechterung pru8c3a4boreal 9 610 - 8 690 v u z pru8c3a4boreal 9 610 - 8 690 v u z pru8c3a4boreal 9 610 - 8 690 v u z die das moor umgebenden hu8c3a4nge sind vollstu8c3a4ndig von wald bedeckt boreal 8 690 - 7 270 v u z boreal 8 690 - 7 270 v u z boreal 8 690 - 7 270 v u z das kleingewu8c3a4sser wird von der weiu8c39fen seerose besiedelt sauergru8c3a4ser nehmen gru8c3b6u8c39fere flu8c3a4chen im uferbereich ein die waldkiefer bestimmt das bild des waldes an den umliegenden hu8c3a4ngen atlantikum 7 270 - 3 710 v u z atlantikum 7 270 - 3 710 v u z atlantikum 7 270 - 3 710 v u z eine lu8c3a4nger anhaltende bewaldung in der umgebung des sich immer mehr zum moor ausbildenden gewu8c3a4ssers ist nicht nachweisbar subboreal 3 710 - 450 v u z subboreal 3 710 - 450 v u z subboreal 3 710 - 450 v u z kurzfristiges birkenwaldstadium mit scheidigem wollgras sauergru8c3a4ser herrschen vor gegen ende des subboreals ku8c3b6nnen sich baumbirken wiederum stu8c3a4rker auf dem zentralen teil des seggenmoores ansiedeln u8c3a4lteres subatlantikum 450 v u z - 500 u z u8c3a4lteres subatlantikum 450 v u z - 500 u z u8c3a4lteres subatlantikum 450 v u z - 500 u z scheidiges wollgras dominiert die vegetation im bereich des moores nachgewiesen werden auch binsen-arten segge pfeifengras und wolfstrapp keine funde die ru8c3bcckschlu8c3bcsse auf den umgebenden baumbestand zulassen ju8c3bcngeres subatlantikum 1250 - 1800 u z ju8c3bcngeres subatlantikum 1250 - 1800 u z ju8c3bcngeres subatlantikum 1250 - 1800 u z seggen- und bleichmossgesellschaften am moorrand werden pflanzen wie leimkraut und mohn nachgewiesen die ruderalstellen und u8c3a4cker besiedeln dominanz von wollgras bei gleichzeitiger ausbreitung der baumbirken nachgeiwsen wird auch eine hohe stetigkeit von moosbeere mit dem beginn des ju8c3bcngeren subatlantikums werden im moor durch die luft eingetragene schwermetallkonzentrationen nachgewiesen dabei handelt es sich zunu8c3a4chst um chrom ab dem 17 jahrhundert dann auch um blei gru8c3b6u8c39fere waldrodungen und die anlage von mu8c3bchlenstauen fu8c3bchren zu einem grou8c39fru8c3a4umigen anstieg der wasserstu8c3a4nde und damit zur fu8c3b6rderung der moorbildung literaturu8c3bcbersicht chronologisch botanik botanik botanik firbas franz spu8c3a4t- und nacheiszeitliche waldgeschichte mitteleuropas nu8c3b6rdlich der alpen jena 1949 1952 fischer wolfgang zur pflanzenwelt des kreises potsdam potsdamer land 1958 s 65-69 krausch heinz-dieter die vegetationsverhu8c3a4ltnisse brandenburgs in slawischer zeit in mu8c3a4rkische heimat sonderheft ii festschrift r hoffmann s 50-62 potsdam 1961 mu8c3bcller-stoll wolfgang richard u gu8c3b6tz h g die mu8c3a4rkischen salzstellen und ihre salzflora in vergangenheit und gegenwart in wissenschaftliche zeitschrift der pu8c3a4dagogischen hochschule potsdam nr 7 1962 s 243-296 scamoni alexis der kiefernwald der buchenwald und die eichenmischwu8c3a4lder des hu8c3b6hendiluviums die wu8c3a4lder der moore und niederungen in brandenburg in mu8c3a4rkische heimat bd 3 1959 bis bd 6 1962 krausch heinz-dieter vegetations- und landschaftsgeschichte des potsdamer gebietes in potsdamer wanderfu8c3bchrer potsdam 1987 s 6-8 rowinsky volkmar spu8c3a4tglaziale und holozu8c3a4ne klima-entwicklung am beispiel des grou8c39fen fercher kesselmoores in schroeder j h hrsg potsdam und umgebung fu8c3bchrer zur geologie von berlin und brandenburg nr 4 berlin geowissenschaftler in berlin und brandenburg e v selbstverlag 1997 s 67-76 zoologie zoologie zoologie feiler manfred die tierwelt des potsdamer havellandes in potsdamer wanderfu8c3bchrer potsdam 1987 s 11-14 '),
 
  
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Über das Niveau der 1969 veröffentlichten Forschungsergebnisse zu Botanik und Zoologie des Potsdamer Raumes hinaus gehende Arbeiten zur Geschichte Potsdams sind nicht bekannt. Eine Zusammenfassung des nach 1969 erreichten Forschungsstandes bildet gewissermaßen die im Jahr 1997 im Selbstverlag von mehreren Geowissenschaftlern erstmals und 2001 in zweiter erweiterter Auflage herausgegebene Arbeit ''[http://www.geo.tu-berlin.de/fileadmin/i17/geoverein/images/Fuehrer4vorn.jpg Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg], Nr. 4: Potsdam und Umgebung''.
  
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'''Dr. Volkmar Rowinsky''' befasst sich darin mit der Entwicklungsgeschichte des 500 m vom Dorf Ferch entfernten [http://www.flickr.com/photos/55873823@N04/7981851149/in/photostream/ Großen Moores] (Fercher Kesselmoor). das Kesselmoor gehört zu den Mineralbodenwasser beeinflußten Moortypen. Nach der Verlandung eines Gewässers entsteht in abflusslosen Hohlräumen ein zumeist sehr mächtiger Torfkörper. Der schnell wachsende Torfkörper umschloss Pflanzen- und Tiereste, die sich luftdicht abgeschlossen sehr gut erhalten konnten. Im großen Fercher Kesselmoor konnte Rowinsky so nicht nur 13.000 Jahre Moorentwicklung nachvollziehen, sondern auch der Entwicklung von Flora und Fauna.
  
== Literaturübersicht (chronologisch) ==
 
=== Botanik ===
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Firbas Firbas, Franz]: Spät- und nacheiszeitliche Waldgeschichte Mitteleuropas nördlich der Alpen, Jena 1949/1952.
 
*Fischer, Wolfgang: Zur Pflanzenwelt des Kreises Potsdam. Potsdamer Land 1958, S. 65-69.
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Dieter_Krausch Krausch, Heinz-Dieter]: Die Vegetationsverhältnisse Brandenburgs in slawischer Zeit. In: Märkische Heimat, Sonderheft II: Festschrift R. Hoffmann, S. 50-62, Potsdam 1961.
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_M%C3%BCller-Stoll Müller-Stoll, Wolfgang Richard] u. Götz, H. G.: Die märkischen Salzstellen und ihre Salzflora in Vergangenheit und Gegenwart. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Pädagogischen Hochschule Potsdam, Nr. 7, 1962, S. 243-296.
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexis_Scamoni Scamoni, Alexis]: Der Kiefernwald, der Buchenwald und die Eichenmischwälder des Höhendiluviums, die Wälder der Moore und Niederungen in Brandenburg. In: Märkische Heimat, Bd. 3, 1959 bis Bd. 6, 1962.
 
*Krausch, Heinz-Dieter: Vegetations- und Landschaftsgeschichte des Potsdamer Gebietes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 6-8.
 
  
=== Zoologie ===
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== Bölling-Interstadial (11.720 - 11.590 v. u. Z.) ==
*[http://digital.ub.uni-potsdam.de/content/pageview/102078 Feiler, Manfred]: Die Tierwelt des Potsdamer Havellandes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 11-14.
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Die Sedimente aus dieser Zeit enthalten eine Vielzahl von Fossilien. Vertreter flacher Gewässer (Wassertiefe bis 4 m) kommen vor (Muscheln und Muschelkrebse), aber auch Landlungenschnecken. Armleuchteralgen besiedeln den Sanduntergrund des Gewässers. Die das Moor umgebenden Hänge sind vor allem mit Birken bewachsen.
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== Alleröd-Interstadial (11.400 - 10.730 v. u. Z.) ==
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Im '''Älteren Alleröd''' verstärkte sich die Bewaldung, bei der Baumbirke und Wacholder dominierten. Im Uferbereich des Moores wurden für diese Zeit Weiden und Zwergbirken sowie Sanddorn nachgewiesen.
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Im ''Jüngeren Alleröd'' bestimmte die Kiefer das Bild des Waldes.
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Der Ausbruch des Laacher Vulkans und der damit verbundene Aussto´von vulkanischen Aschen führte für eine kurze Periode zum Abfall der Temperatur. Das Wachstum der Flora stagnierte.
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== Jüngere Dryaszeit (10.730 - 9.700 v. u. Z.) ==
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Auflichtung des Waldbestandes infolge weiterer Klimaverschlechterung.
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== Präboreal (9.610 - 8.690 v. u. Z.) ==
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Die das Moor umgebenden Hänge sind vollständig von Wald bedeckt.  
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== Boreal (8.690 - 7.270 v. u. Z.) ==
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Das Kleingewässer wird von der Weißen Seerose besiedelt. Sauergräser nehmen größere Flächen im Uferbereich ein. Die Waldkiefer bestimmt das Bild des Waldes an den umliegenden Hängen.
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== Atlantikum (7.270 - 3.710 v. u. Z.) ==
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Eine länger anhaltende Bewaldung in der Umgebung des sich immer mehr zum Moor ausbildenden Gewässers ist nicht nachweisbar.
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== Subboreal (3.710 - 450 v. u. Z.) ==
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Kurzfristiges Birkenwaldstadium mit Scheidigem Wollgras. sauergräser herrschen vor. gegen Ende des Subboreals können sich Baumbirken wiederum stärker auf dem zentralen Teil des Seggenmoores ansiedeln.
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== Älteres Subatlantikum (450 v. u. Z. - 500 u. Z.) ==
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Scheidiges Wollgras dominiert die Vegetation im Bereich des Moores. nachgewiesen werden auch Binsen-Arten, Segge, Pfeifengras und Wolfstrapp. Keine Funde, die Rückschlüsse auf den umgebenden baumbestand zulassen.
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','utf-8'),(8711,'[[Geologie]]\n\n[[Botanik/Zoologie]]\n\n[[Besiedlung]]','utf-8'),(8712,'Am Ende der Weichsel-Eiszeit, während des späten Pleistozäns, breitete sich in Brandenburg\n\n\n\n\n\n=
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== Jüngeres Subatlantikum (1250 - 1800 u. Z.) ==
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Seggen- und Bleichmossgesellschaften. Am Moorrand werden Pflanzen, wie Leimkraut und Mohn nachgewiesen, die Ruderalstellen und Äcker besiedeln. Dominanz von Wollgras bei gleichzeitiger Ausbreitung der Baumbirken. Nachgeiwsen wird auch eine hohe Stetigkeit von Moosbeere.
  
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Mit dem Beginn des Jüngeren Subatlantikums werden im Moor durch die Luft eingetragene Schwermetallkonzentrationen nachgewiesen. Dabei handelt es sich zunächst um Chrom, ab dem 17. Jahrhundert dann auch um Blei.
  
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Größere Waldrodungen und die Anlage von Mühlenstauen führen zu einem großräumigen Anstieg der Wasserstände und damit zur Förderung der Moorbildung.
  
  
von der weichsel-kaltzeit bis zum boreal am ende der weichsel-kaltzeit wu8c3a4hrend des spu8c3a4ten pleistozu8c3a4ns breitete sich in mittelbrandenburg eine tundra mit su8c3bcu8c39f- und sauergru8c3a4sern aus in der so genannten ju8c3bcngeren tundrazeit die von 10 730 bis 9 700 v u z ging war u8c3bcber ganz deutschland und skandinavien der weiu8c39fe silberwurz verbreitet heute ist diese pflanze nur noch an klimatisch extremen standorten zu finden die vegetation pru8c3a4gten aber vor allem sauergrasgewu8c3a4chse und su8c3bcu8c39fgru8c3a4ser aber auch schachtelhalme hahnenfuu8c39fgewu8c3a4chse kreuzblu8c3bctler und doldenblu8c3bctler erneute klimatische veru8c3a4nderungen fu8c3bchrten zu starken veru8c3a4nderungen der vegetation gru8c3a4ser- und kru8c3a4utervegetationen gingen nach und nach zuru8c3bcck die zwergbirke der wacholder die weide und die pappel aber auch der sanddorn breiteten sich aus im pru8c3a4boreal 9 610 bis 8 690 v u z dem u8c3a4ltesten zeitabschnitt des holozu8c3a4ns breiteten sich birken kiefern und hasel in richtung norden aus es entstanden birken- oder birken-kiefernwu8c3a4lder die birke war vorherrschend im pru8c3a4borealen wald gegen ende des spu8c3a4ten pru8c3a4boreals wurde sie von der kiefer verdru8c3a4ngt eberesche und espe sowie wu8c3a4rmeempfindliche wacholderarten waren begleitpflanzen der wanderungsvegetation dieser zeit im boreal 8 690 bis 7 270 v chr und dem sich anschlieu8c39fenden atlantikum 8 000 bis ca 4000 v chr breiteten sich aus mitteleuropa eingewanderte eichenmischwu8c3a4lder in unserer region aus sie bestanden vorrangig aus eichen buchen ulmen hasel linden sowie erlen und verdru8c3a4ngten weichhu8c3b6lzer wie birke und kiefer ihnen folgten die tiere hirsche lebten in den wu8c3a4ldern rehe elche wildschweine und auerochsen wu8c3a4rmeliebende tierarten wie die europu8c3a4ische sumpfschildkru8c3b6te waren zu finden zu den eingewanderten raubtieren gehu8c3b6rten der wolf der braunbu8c3a4r der luchs und die wildkatze hasen waren weit verbreitet in sumpfgebieten und an flu8c3bcssen lebten biber und otter fischarten wie hechte und welsartige gab es zahlreich
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= Literaturübersicht (chronologisch) =
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== Botanik ==
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Firbas Firbas, Franz]: Spät- und nacheiszeitliche Waldgeschichte Mitteleuropas nördlich der Alpen, Jena 1949/1952.
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*Fischer, Wolfgang: Zur Pflanzenwelt des Kreises Potsdam. Potsdamer Land 1958, S. 65-69.
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Dieter_Krausch Krausch, Heinz-Dieter]: Die Vegetationsverhältnisse Brandenburgs in slawischer Zeit. In: Märkische Heimat, Sonderheft II: Festschrift R. Hoffmann, S. 50-62, Potsdam 1961.
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_M%C3%BCller-Stoll Müller-Stoll, Wolfgang Richard] u. Götz, H. G.: Die märkischen Salzstellen und ihre Salzflora in Vergangenheit und Gegenwart. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Pädagogischen Hochschule Potsdam, Nr. 7, 1962, S. 243-296.
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Alexis_Scamoni Scamoni, Alexis]: Der Kiefernwald, der Buchenwald und die Eichenmischwälder des Höhendiluviums, die Wälder der Moore und Niederungen in Brandenburg. In: Märkische Heimat, Bd. 3, 1959 bis Bd. 6, 1962.
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*Krausch, Heinz-Dieter: Vegetations- und Landschaftsgeschichte des Potsdamer Gebietes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 6-8.
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*Rowinsky, Volkmar: Spätglaziale und holozäne Klima-Entwicklung am Beispiel des großen Fercher Kesselmoores. In: Schroeder, J. H. (Hrsg.): [http://www.geo.tu-berlin.de/geovereinbb/fuehrer_zur_geologie_von_berlin_und_brandenburg/band_4/ Potsdam und Umgebung]. Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr. 4, Berlin (Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e. V., Selbstverlag) 1997, S. 67-76.
  
  
forschungsstand und darstellungsgeschichte eine zusammenfassung des forschungsstandes zur botanik und zur zoologie erfolgte 1969 in band 15 der von der deutschen akademie der wissenschaften zu berlin herausgegebenen reihe werte der deutschen heimat  potsdam und seine umgebung ergebnisse der heimatkundlichen bestandsaufnahme  ist das produkt einer von der arbeitsstelle dresden der akademie betreuten gruppe von autoren der potsdamer geograph dr gerhard engelmann hatte sie fu8c3bcr die mitarbeit gewonnen und koordinierte die arbeiten das themengebiet landschaftsgeschichte und pflanzenwelt bearbeitete dr heinz-dieter krausch von der forschungsstelle fu8c3bcr limnologie der deutschen akademie der wissenschaften zu berlin und das themengebiet tierwelt manfred feiler bezirksheimatmuseum potsdam anliegen der heimatkundlichen bestandsaufnahme war die  verbindung von geologischen morphologischen hydrologischen vegetationskundlichen forstlichen faunistischen und fischereikundlichen beitru8c3a4gen mit solchen ur- und fru8c3bchgeschichtlicher siedlungsgeographischer ortsgeschichtlicher kunstgeschichtlicher und namenkundlicher art  die bestandsaufnahme wollte wissenschaftlichen anspru8c3bcchen genu8c3bcgen und durch die populu8c3a4r-wissenschaftliche beschreibung der ergebnissse eine breite leserschaft erreichen u8c3bcber das niveau der 1969 veru8c3b6ffentlichten forschungsergebnisse zu botanik und zoologie des potsdamer raumes hinaus gehende arbeiten zur geschichte potsdams sind nicht bekannt
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== Zoologie ==
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*[http://digital.ub.uni-potsdam.de/content/pageview/102078 Feiler, Manfred]: Die Tierwelt des Potsdamer Havellandes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 11-14.

Aktuelle Version vom 21. November 2014, 20:07 Uhr

Von der Weichsel-Kaltzeit bis zum Boreal

Am Ende der Weichsel-Kaltzeit, während des späten Pleistozäns, breitete sich in Mittelbrandenburg eine Tundra mit Süß- und Sauergräsern aus. In der so genannten Jüngeren Tundrazeit, die von 10.730 bis 9.700 v. u. Z. ging, war über ganz Deutschland und Skandinavien der Weiße Silberwurz verbreitet. Heute ist diese Pflanze nur noch an klimatisch extremen Standorten zu finden. Die Vegetation prägten aber vor allem Sauergrasgewächse und Süßgräser, aber auch Schachtelhalme, Hahnenfußgewächse, Kreuzblütler und Doldenblütler.

Erneute klimatische Veränderungen führten zu starken Veränderungen der Vegetation. Gräser- und Kräutervegetationen gingen nach und nach zurück. Die Zwergbirke, der Wacholder, die Weide und die Pappel, aber auch der Sanddorn breiteten sich aus. Im Präboreal (9.610 bis 8.690 v. u. Z.), dem ältesten Zeitabschnitt des Holozäns, breiteten sich Birken, Kiefern und Hasel in Richtung Norden aus. Es entstanden Birken- oder Birken-Kiefernwälder. Die Birke war vorherrschend im präborealen Wald. Gegen Ende des späten Präboreals wurde sie von der Kiefer verdrängt. Eberesche und Espe sowie wärmeempfindliche Wacholderarten waren Begleitpflanzen der Wanderungsvegetation dieser Zeit.


Im Boreal (8.690 bis 7.270 v. Chr.) und dem sich anschließenden Atlantikum (8.000 bis ca. 4000 v. Chr.) breiteten sich aus Mitteleuropa eingewanderte Eichenmischwälder in unserer Region aus. Sie bestanden vorrangig aus Eichen, Buchen, Ulmen, Hasel, Linden sowie Erlen und verdrängten Weichhölzer, wie Birke und Kiefer. Ihnen folgten die Tiere. Hirsche lebten in den Wäldern, Rehe, Elche, Wildschweine und Auerochsen. Wärmeliebende Tierarten wie die Europäische Sumpfschildkröte waren zu finden. Zu den eingewanderten Raubtieren gehörten der Wolf, der Braunbär, der Luchs und die Wildkatze. Hasen waren weit verbreitet. In Sumpfgebieten und an Flüssen lebten Biber und Otter. Fischarten wie Hechte und Welsartige gab es zahlreich.


Forschungsstand und Darstellungsgeschichte

Eine Zusammenfassung des Forschungsstandes zur Botanik und zur Zoologie erfolgte 1969 in Band 15 der von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin herausgegebenen Reihe "Werte der Deutschen Heimat". Potsdam und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme ist das Produkt einer von der Arbeitsstelle Dresden der Akademie betreuten Gruppe von Autoren. Der Potsdamer Geograph Dr. Gerhard Engelmann hatte sie für die Mitarbeit gewonnen und koordinierte die Arbeiten. Das Themengebiet Landschaftsgeschichte und Pflanzenwelt bearbeitete Dr. Heinz-Dieter Krausch von der Forschungsstelle für Limnologie der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und das Themengebiet Tierwelt Manfred Feiler, Bezirksheimatmuseum Potsdam. Anliegen der heimatkundlichen Bestandsaufnahme war die Verbindung von geologischen, morphologischen, hydrologischen, vegetationskundlichen, forstlichen, faunistischen und fischereikundlichen Beiträgen mit solchen ur- und frühgeschichtlicher, siedlungsgeographischer, ortsgeschichtlicher, kunstgeschichtlicher und namenkundlicher Art. Die Bestandsaufnahme wollte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und durch die populär-wissenschaftliche Beschreibung der Ergebnissse eine breite Leserschaft erreichen.

Über das Niveau der 1969 veröffentlichten Forschungsergebnisse zu Botanik und Zoologie des Potsdamer Raumes hinaus gehende Arbeiten zur Geschichte Potsdams sind nicht bekannt. Eine Zusammenfassung des nach 1969 erreichten Forschungsstandes bildet gewissermaßen die im Jahr 1997 im Selbstverlag von mehreren Geowissenschaftlern erstmals und 2001 in zweiter erweiterter Auflage herausgegebene Arbeit Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr. 4: Potsdam und Umgebung.

Dr. Volkmar Rowinsky befasst sich darin mit der Entwicklungsgeschichte des 500 m vom Dorf Ferch entfernten Großen Moores (Fercher Kesselmoor). das Kesselmoor gehört zu den Mineralbodenwasser beeinflußten Moortypen. Nach der Verlandung eines Gewässers entsteht in abflusslosen Hohlräumen ein zumeist sehr mächtiger Torfkörper. Der schnell wachsende Torfkörper umschloss Pflanzen- und Tiereste, die sich luftdicht abgeschlossen sehr gut erhalten konnten. Im großen Fercher Kesselmoor konnte Rowinsky so nicht nur 13.000 Jahre Moorentwicklung nachvollziehen, sondern auch der Entwicklung von Flora und Fauna.


Bölling-Interstadial (11.720 - 11.590 v. u. Z.)

Die Sedimente aus dieser Zeit enthalten eine Vielzahl von Fossilien. Vertreter flacher Gewässer (Wassertiefe bis 4 m) kommen vor (Muscheln und Muschelkrebse), aber auch Landlungenschnecken. Armleuchteralgen besiedeln den Sanduntergrund des Gewässers. Die das Moor umgebenden Hänge sind vor allem mit Birken bewachsen.


Alleröd-Interstadial (11.400 - 10.730 v. u. Z.)

Im Älteren Alleröd verstärkte sich die Bewaldung, bei der Baumbirke und Wacholder dominierten. Im Uferbereich des Moores wurden für diese Zeit Weiden und Zwergbirken sowie Sanddorn nachgewiesen.

Im Jüngeren Alleröd bestimmte die Kiefer das Bild des Waldes.

Der Ausbruch des Laacher Vulkans und der damit verbundene Aussto´von vulkanischen Aschen führte für eine kurze Periode zum Abfall der Temperatur. Das Wachstum der Flora stagnierte.


Jüngere Dryaszeit (10.730 - 9.700 v. u. Z.)

Auflichtung des Waldbestandes infolge weiterer Klimaverschlechterung.


Präboreal (9.610 - 8.690 v. u. Z.)

Die das Moor umgebenden Hänge sind vollständig von Wald bedeckt.


Boreal (8.690 - 7.270 v. u. Z.)

Das Kleingewässer wird von der Weißen Seerose besiedelt. Sauergräser nehmen größere Flächen im Uferbereich ein. Die Waldkiefer bestimmt das Bild des Waldes an den umliegenden Hängen.


Atlantikum (7.270 - 3.710 v. u. Z.)

Eine länger anhaltende Bewaldung in der Umgebung des sich immer mehr zum Moor ausbildenden Gewässers ist nicht nachweisbar.


Subboreal (3.710 - 450 v. u. Z.)

Kurzfristiges Birkenwaldstadium mit Scheidigem Wollgras. sauergräser herrschen vor. gegen Ende des Subboreals können sich Baumbirken wiederum stärker auf dem zentralen Teil des Seggenmoores ansiedeln.


Älteres Subatlantikum (450 v. u. Z. - 500 u. Z.)

Scheidiges Wollgras dominiert die Vegetation im Bereich des Moores. nachgewiesen werden auch Binsen-Arten, Segge, Pfeifengras und Wolfstrapp. Keine Funde, die Rückschlüsse auf den umgebenden baumbestand zulassen.


Jüngeres Subatlantikum (1250 - 1800 u. Z.)

Seggen- und Bleichmossgesellschaften. Am Moorrand werden Pflanzen, wie Leimkraut und Mohn nachgewiesen, die Ruderalstellen und Äcker besiedeln. Dominanz von Wollgras bei gleichzeitiger Ausbreitung der Baumbirken. Nachgeiwsen wird auch eine hohe Stetigkeit von Moosbeere.

Mit dem Beginn des Jüngeren Subatlantikums werden im Moor durch die Luft eingetragene Schwermetallkonzentrationen nachgewiesen. Dabei handelt es sich zunächst um Chrom, ab dem 17. Jahrhundert dann auch um Blei.

Größere Waldrodungen und die Anlage von Mühlenstauen führen zu einem großräumigen Anstieg der Wasserstände und damit zur Förderung der Moorbildung.


Literaturübersicht (chronologisch)

Botanik

  • Firbas, Franz: Spät- und nacheiszeitliche Waldgeschichte Mitteleuropas nördlich der Alpen, Jena 1949/1952.
  • Fischer, Wolfgang: Zur Pflanzenwelt des Kreises Potsdam. Potsdamer Land 1958, S. 65-69.
  • Krausch, Heinz-Dieter: Die Vegetationsverhältnisse Brandenburgs in slawischer Zeit. In: Märkische Heimat, Sonderheft II: Festschrift R. Hoffmann, S. 50-62, Potsdam 1961.
  • Müller-Stoll, Wolfgang Richard u. Götz, H. G.: Die märkischen Salzstellen und ihre Salzflora in Vergangenheit und Gegenwart. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Pädagogischen Hochschule Potsdam, Nr. 7, 1962, S. 243-296.
  • Scamoni, Alexis: Der Kiefernwald, der Buchenwald und die Eichenmischwälder des Höhendiluviums, die Wälder der Moore und Niederungen in Brandenburg. In: Märkische Heimat, Bd. 3, 1959 bis Bd. 6, 1962.
  • Krausch, Heinz-Dieter: Vegetations- und Landschaftsgeschichte des Potsdamer Gebietes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 6-8.
  • Rowinsky, Volkmar: Spätglaziale und holozäne Klima-Entwicklung am Beispiel des großen Fercher Kesselmoores. In: Schroeder, J. H. (Hrsg.): Potsdam und Umgebung. Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr. 4, Berlin (Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e. V., Selbstverlag) 1997, S. 67-76.


Zoologie

  • Feiler, Manfred: Die Tierwelt des Potsdamer Havellandes. In: Potsdamer Wanderführer, Potsdam 1987, S. 11-14.