Berliner Tor

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Östliches Stadttor der Potsdamer Stadtbefestigung. 1752 in der heutigen Berliner Straße/Ecke Türkstraße erbaut. 1952 abgetragen.


Der Potsdamer Baumeister Heinrich Ludwig Manger berichtet über den im Jahr 1753 erfolgenden Bau des Berliner Tores:

Zu dem in dieser neuen Mauer anzulegenden neuen Berliner Thore waren auch bereits im vorigen Jahre die Materialien angeschaft, so daß es mit dessen Aufbauung im Gegenwärtigen desto geschwindern Fortgang haben konnte.

Die Außenseite nach der Berliner Vorstadt zu besteht aus einem simpeln Portale korinthischer Ordnung, dessen Bogen-Oefnung auf jeder Seite zwey dreiviertheil oder Wandsäulen und Postamenten von Sandstein hat. Das Gesims und die Attik sind von eben dergleichen Stein, und auf letztern stehen vier römische Soldaten, die so, wie der mit Armaturen verzierte Schlußstein der Archivolte, von Heymüllern gemacht sind. Die Säulenkapitäle rühren von Beckern her. Im Friese steht die Jahrzahl mit vergoldeten römischen Zahlen MDCCLII.

Nach innen zu sind die an das Portal stossenden Gebäude Zirkelförmig gebogen; auf der rechten Seite des Ausganges sind in denselben die Wachtstuben für Officiers und Gemeine; auf der linken Seite die Gemächer zur Wohnung des Thoreinnehmers und des Visitators. Das an demselben im halben Zirkel herumlaufende Gesims ist dorischer Ordnung mit Trygliphen und Dielenköpfen, nebest zwey großen Tragesteinen, auf jeder Seite des Abschnitts einer, ohne Säulen oder Pilaster.

Der Konducteur Leopold hatte die Aufsicht bey diesem Bau, und die nunmehrigen Directoren, Bouman und Hildebrant assignirten die Rechnungen zur Zahlung. (1)



Einzelnachweise

(1) Heinrich Ludwig Manger: Baugeschichte von Potsdam, besonders unter der Regierung König Friedrichs des Zweiten. Erster Band, welcher die Baugeschichte von den ältesten Zeiten bis 1762 enthält, Berlin und Stettin, bey Friedrich Nicolai, 1789, S. 162 f.