Am Kanal 51

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Baujahr: 1755

Baumeister: Johann Gottfried Büring/Friedrich II.


Der Potsdamer Baumeister Heinrich Ludwig Manger berichtet über die 1755 erfolgte Bebauung der Grundstücke Am Kanal 45, Am Kanal 46, Am Kanal 47, Am Kanal 48, Am Kanal 49/50 und Am Kanal 51 mit Fabrikgebäuden auf Seite 201 f. in Band 1 seiner "Baugeschichte von Potsdam" (1789):

Sechs Fabrikengebäude am Kanale nach Bürings Zeichnungen, die aber vom Könige zu verschiedenen Zeiten sehr korrigirt wurden, ehe sie nach dessen Willen geriethen. Zwey davon waren die Eckhäuser zu beiden Seiten der von Nicolai so genannten Hütergasse, davon eines zu einer Hutfabrik, das andere aber zu einer Seidenfärberey bestimmt wurde.

Die übrigen viere, welche bis an die 1754 von Boumann erbaueten Seidenfabrikenhäuser reichten, sollten eine Elfenbein- Bleyweiß- Nehnadel- und Nesseltuchfabrik enthalten, welches aber nach der Zeit Abänderungen gelitten. Die Länge derselben betrug auf einer Seite 340 Fuß, und an der andern Ecke 46 Fuß, bey 36 Fuß Tiefe und 3 Geschoß Höhe. Es standen vorher sieben alte Kasernen von Fachwerk, zwey Geschoße hoch, allda, und deren zum Theil auf Roste stehendes Fundament ward mehrentheils zu dem weit schwereren neuen steinernen Bau beibehalten. Es ist daher zu verwundern, daß sie sich so gut gehalten haben, weil außer einigen wenigen Rissen keine Schadhaftigkeit daran zu spüren ist.

Jedes Fabrikenhaus hat zwar eine von den andern unterschiedene Außenseite, sie sind aber alle ohne besondere architektonische Zierrathen, dreyeckigte und gerade Fensterverdachungen ausgenommen. Zur Nehnadelfabrik wurden zwey Kasernen genommen, weil sie den mehrsten Raum erforderte, und deren Mitte erhielt eine Thoröfnung, über welche das Hauptgesimse einen eckigten Fronton ohne Vorlage und Verkröpfung, auch nicht einmal eine Unterstützung von Tragesteinen, zu anscheinender Festigkeit erhielt, welches einen etwas besonderen widerwärtigen Effekt thut. Die ganze Länge dieser Fabrikenhäuser hat in jedem Geschosse gegen den Kanal 47 Fenster, nämlich im untern die Thüren und das Thor mitgerechnet.


Das Grundstück Am Kanal 51 befand sich vermutlich dort, wo heute die Einkaufspassage in der Straße Am Kanal existiert. Die von Manger erwähnte Hütergasse lag im Verlauf des Fußweges und der Treppe im Staudenhof.