Alexandrowka

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Alexandrowka Nr. 12

Alexandrowka (englisch)

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Kolonie Alexandrowka Haus des Kirchenvorstehers


Die Russische Kolonie Alexandrowka ist eine Siedlung in der Nauener Vorstadt. Sie liegt nördlich der Alleestraße und wird von Puschkinallee und Jägerallee begrenzt (http://www.alexandrowka.de).

Die Kolonie besteht aus 13 Holzhäusern, die in den Jahren 1826 bis 1827 auf Wunsch des preußischen Königs, Friedrich Wilhelm III, im russischen Stil erbaut wurden. Die Anlage diente als Heim für die russischen Sänger des ersten preußischen Garderegiments. Die Holzhäuser sind von großzügigen Gärten umgeben. Nördlich der Kolonie schließt sich der Kapellenberg an, auf dem eigens für die Kolonisten die Alexander-Newski-Kirche errichtet wurde. Die Kolonie wurde einst nach dem Vorbild des Parkdorfes Glasovo bei St. Petersburg angelegt. Von der UNESCO ist die Kolonie im Jahr 1999 als Teil des Weltkulturerbes erklärt worden. Heute arbeiten Denkmalschützer, Restauratoren und die Eigentümer der Häuser (http://www.alexandrowka.de/bauherr.html) gemeinsam an der aufwendigen Sanierung des Baudenkmals. Die einst schönen Gebäude des russischen Dorfes sollen vor dem endgültigen Verfall bewahrt und originalgetreu rekonstruiert werden.

Zur Geschichte: Preußische Truppen stehen zunächst an der Seite Napoleons, wechseln jedoch noch rechtzeitig die Fahne und kämpfen als Verbündete der Russen. Peinlichkeit am Rande, Preußen hat noch russische Kriegsgefangene, darunter ein Chor mit 62 Kosaken. Bei Kriegsende verschenkt der Zar die Sänger an den Preußenkönig. Dieser lässt durch den Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné eine Siedlung für die verheirateten Chorsänger anlegen. Aus der Vogelperspektive betrachtet, formt die Kolonie Alexandrowka ein Andreaskreuz. Der heilige Andreas ist der Schutzpatron Russlands, es befand sich aber auch im Wappen des Zaren Alexander I..

KOLONIE ALEXANDROWKA NR.6Russische Blockhäuser sollen heimatliche Gefühle aufkommen lassen. Da aber das Holz knapp ist sind die Holzbohlen nur Attrappe. Die Siedlung besteht aus Fachwerkbauten mit Holzverblendung. Das Haus des Kolonieaufseher befindet sich genau in der Mitte der Kolonie (am Schnittpunkt des Kreuzes). Der Aufseher sollte überwachen, dass die Bewohner Gärten und Häuser in Ordnung halten, und sich auch alle sonstigen Vorgaben des Königs, betreffend der russischen Siedlung, beachten. 

Große Gärten dienten früher der Selbstversorgung und tragen auch heute zur Lebensqualität von Alexandrowka bei. Das wissen die Nachfahren einiger Chorsänger zu schätzen, die noch hier leben, ebenso wie die neuen Mieter und die zahlreich strömenden Touristen. Manchmal sind es so viele, dass Mieter Reißaus nehmen. So geschehen am Tag des offenen Denkmals 2002. Auf der Homepage der Stadt wurde im Internet zur Besichtigung eines im Bau befindlichen Blockhauses eingeladen. Die Information stammte jedoch aus dem Vorjahr und der Bewohner des Hauses nahm Reißaus. Es war kein geringerer als Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs.

KOLONIE ALEXANDROWKA 13 Gartencafé des Museum Alexandrowka

Die Selbstversorgung, die den Eindruck eines authentischen russischen Dorfes unterstützen sollte, war nicht immer so einfach. Die ersten Bewohner waren in erster Linie Soldaten und Sänger. Ihr Sold reichte nicht aus eine ganze Familie zu ernähren, und sie verstanden nichts von Landwirtschaft und Tierhaltung, weshalb das Selbsterzeugte oft nicht reichte. Nur zwei hatten einen Beruf erlernt, viele haben bald den Großteil der kleinen vermietet und waren trotzdem manchmal bis zu ihrem Tod hoch verschuldet.


KOLONIE ALEXANDROWKA NR.1 - SPEZIALITÄTENRESTAURANTDie Kolonie Alexandrowka ist nicht nur ein architektonisches Highlight sondern auch ein gärtnerisches. Hier wurden durch die Stadt Potsdam 550 alte Obstgehölze neu kultiviert, darunter über 200 Apfelsorten, zum Beispiel der nach Zar Alexander I benannte Alexanderapfel. Heute werden vielleicht noch 20 Apfelsorten kultiviert. Durch die Bewahrung alter Sorten können wertvolle Gene erhalten werden. Außerdem wird Potsdam seiner historischen Verantwortung gerecht. Hier stand die Wiege des Preußischen Obstbaus, der bereits durch Friedrich II. vorangetrieben wurde. Im 19. Jahrhundert wurden königlichen Landesbaumschule 800 Apfel, 500 Birnen-, 160 Kirsch- und 75 Pflaumensorten gezählt. Wie vor 100 Jahren bieten die Bewohner für wenig Geld ihr Obst zum Verkauf an. Zugreifen lohnt sich! 


Russische Teestube, Alexandrowka 1, 14469 Potsdam Tel.: 0331 2006478 Öffnungszeiten: Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11.30 bis 22 Uhr, im Winterhalbjahr bis 20 Uhr.

Seit Januar 2005 ist das Museum Alexandrowka geöffnet. Das Museumsteam stellt im Haus Nr.2 der Kolonie die vielen Aspekte dar, die zu ihrer Entstehung führten und hat das aufwändig restaurierte Haus für die Besucher begehbar gemacht. Museum Alexandrowka (http://www.alexandrowka.de/museum.html), 14469 Potsdam geöffnet Di – So 10 – 18 Uhr, Eintritt 3,50, ermäßigt 2,50 Euro.

Russisch Orthodoxe Kirche, Russische Kolonie 14, 14469 Potsdam, Tel.: 0331-296313 5859487, geöffnet Mo – Fr 11 – 17 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr, So 9. 18 Uhr, Gottesdienst Sa 17, So 10 Uhr; sollte die Kirche geschlossen sein, bei Erzpriester Anatolij Koljada im Pfarrhaus melden.

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