Jägerhof

aus Potsdam-Chronik, der freien Wissensdatenbank
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Jägerhof befand sich in nördlicher Richtung vor dem Jägertor auf dem Grundstück in der heutigen Jägerstraße, wo sich aktuell das Gerichtszentrum Potsdam befindet.


Der Potsdamer Baumeister Heinrich Ludwig Manger berichtet über den Jägerhof in seiner dreibändigen "Baugeschichte von Potsdam" (1789) wie folgt:


1753

Reparaturen an der Menagerie auf dem Jägerhofe

(Band I, S. 146)


1762

Besserungen auf dem Jägerhofe

(Band I, S. 252)


1765

Außer der Stadt ward auf dem Jägerhofe vor dem Jägerthore eine beträchtliche Veränderung und Reparatur vorgenommen. Denn an dem Hauptgebäude oder ehemaligen Jagdhause wurden die hölzernen Portiken gegen den Hof ganz weggenommen, und das Innere auf der einen Seite zu Wohnungen, auf der andern Seite aber, i beyden Geschossen, zu Sälen für eine Maschine zum Seidenabhaspeln (filatorio) und zu einer andern, die Seide damit zu zwirnen, eingerichtet.

Hinter diesem Pavillon oder Mittelgebäude mußte ein neues massives Gebäude von einem Stockwerk hoch erbauet werden, in welches ein Backofen zum Dörren und ein Gemach mit kupfernen Kesseln zum Abhaspeln der Seiden Cocons kam.

Auf die niedrigen Flügel war noch ein Geschoß von Fachwerk aufgesetzt und innenher Stuben zu Ausbreitung und Fütterung der Seidenwürmer; zu Kammern für Maulbeerblätter, und zu andern bey der Seidenkultur nöthigen Verhältnissen angelegt. Die beyden Endgebäude von zwey Geschossen mit Zeltdächern blieben zu Wohnungen der Hofjäger, und für den Mäster des Federviehes stehen, so auch das Gebäude zur Poullarderie, und das zur Zucht für junge Windspielhunde, welche aber auch die nötigsten Ausbesserungen bekamen.

Roascia, ein Piemonteser, gab die Veranlassung zu allen diesen Bauten, denn er versicherte, den Seidenbau allhier völlig auf den Fuß wie in Piemont einzurichten. Er verfertigte für vieles Geld die Maschinen selbst, aber auf eine wenig saubere und kunstmäßige Art, und fing sein Werk an. Es dauerte aber nicht lange, als er sich vornahm, mit dem hier ersparten Gelde, den Seidenbau in seinem Vaterlande fortzusetzen, und er reisete dahin wieder ab.

(Band II, S. 295-297)


1767

Es kam der auf dem Jägerhofe unternommene Bau zur Seidenkultur zu Stande.

(Band II, S. 310)


1773

Reparaturen auf dem Jägerhofe

(Band II, S. 393)


1774

Verschiedenes mußte wiederum auf dem Jägerhofe ausgebessert werden.

(Band II, S. 399)


1775

Reparaturen auf dem Jägerhofe

(Band II, S. 408)


1776

Außerhalb der Stadt wurden repariret:

f) Die Gebäude des Jägerhofes, die ihrer schlechten Bauart wegen immer jährlich schadhaft wurden, ohne irgend einmal gründlich gebessert zu werden, welches blos durch neues Bauen hätte geschehen können.

(Band II, S. 420)


1777

Auf dem Jägerhofe wurden zu mehrerer Ausbreitung des Seidenbaues noch mehrere Gestelle zu Verpflegung der Seidenwürmer errichtet.

(Band II, S. 431)


1780

Verschiedene Ausbesserungsarbeiten in den Gebäuden zur Seidenkultur auf dem Jägerhofe….

(Band II, S. 444)


1782

Unumgänglich nötige Reparaturen auf dem Jägerhofe.

(Band II, S. 464)