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Potsdam - Gebäude im Mittelalter

Die folgenden Seiten sollen einen Einblick in die Geschichte des Bauens in Potsdam in der Zeit von der 1. urkundlichen Erwähnung 993 bis 1600 geben.

Vor anderthalb Jahrtausenden wanderten slawische Bevölkerungsgruppen, von Südwesten der Elbe folgend und von Osten her aus dem polnischen Flachland, in das Havelland ein. Auf Sandinseln in der Havel standen ihre schilfgedeckten Hütten. Es handelte sich vornehmlich um Blockbauten, aber auch um Pfostenbauten mit Flechtwerkwänden. 

Die Einwanderung vollzog sich im 6. und 7. Jahrhundert. Die ersten slawischen Einwanderer kamen aus Böhmen. Sie errichteten in Rundlingsdörfern einräumige eingetiefte Hütten von etwa 10 m2 Grundfläche mit einem Steinofen in der Nordwestecke. Neben einigen Siedlungen entstanden bereits kleine Burgwälle als Herrensitze oder zum Schutz vor Überfällen. 

Im späten 7. Jahrhundert vollzog sich mit der Einwanderung einer weiteren gut organisierten und kriegerischen Gruppe ein entscheidender Wandel. Sie besaß eine entwickeltere Kultur und errichtete große Befestigungen von ca. 3,5 bis 11,0 ha Größe, in denen 600- 2000 Menschen Platz fanden. Die Grundrisse ihrer Burgen erinnern oft an gleichzeitige fränkische Anlagen. 

Seit dem 9. Jahrhundert wurde die Burg Poztupimi für unsere nähere Umgebung der Hauptort. In Grube, Geltow und Golm können wir slawische Dörfer sehen, die mit der deutschen Herrschaft eine Erweiterung erfuhren. Bornim scheint ein deutsches Dorf gewesen zu sein, in das slawische Bevölkerungsteile eingingen, während Bornstedt möglicherweise als eine deutsche Gründung entstand, wie auch die Höfe Eiche und Albertshof. Für die spätere Stadtentwicklung spielten offenbar nur die Siedlungen an der Burg, auf der Planitzinsel und auf dem Tornow eine Rolle.(1)

 

(1)Geisler,Horst; Grebe, Klaus: Poztupimi- Potstamp- Potsdam: Ergebnisse archäologischer Forschungen. Brandenburg, Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte, Potsdam 1993, S.23 ff

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